Der Salzige See in Sachsen-Anhalt – Vogelparadies im Seebecken

Der Salzige See in Sachsen-Anhalt – Vogelparadies im Seebecken

Vor über 150 Jahren war der Salzige See in Sachsen-Anhalt noch 875 Hektar groß und damit der größte Binnensee Mitteldeutschlands. Wasser gibt es in dem Gebiet heute noch immer, und eine Auswahl seltener Vogelarten noch dazu.

Etwa 17.000 Bergarbeiter waren Ende des 18. Jahrhunderts in der Region um den Salzigen See beschäftigt, um Kupfer abzubauen. Diesem gewaltigen Vorhaben war der See leider im Weg, so dass er 1893 trocken gelegt wurde. 1969 war allerdings Schluss mit dem Bergbau und der See konnte sich wiedervernässen, so dass ab 1985 die kleineren Gewässer entstanden, die heute noch die Landschaft „Salziger See“ prägen.

Der Salzige See befindet sich in der Mansfelder Senke, einer immerhin 16 Kilometer langen Vertiefung, über deren Entstehung es verschiedene Theorien gibt. Sie könnte zum Beispiel zum Rest eines früheren Flusslaufes gehören. Fakt ist: Unter dem Gelände des Sees befinden sich große Steinsalzschichten, die den Salzgehalt des Wassers so in die Höhe trieben.

Da die Senke von der Landstraße B80 gekreuzt wird, muss der Wasserspiegel vom Dauerschöpfwerk Wansleben kontrolliert werden, was allerdings ein recht aufwendiges Unterfangen ist, vor allem finanziell gesehen. Deshalb gibt es Stimmen, die verlangen, den See wieder sich selbst zu überlassen. Da hierfür aber die Straße umgeleitet werden müsste, liegt dieser Plan nach wie vor auf Eis. Gut für die Vögel am See, denn denen würde ein Anstieg des Wasserspiegels schaden. Wer hätte gedacht, dass eine Straße mal zur Rettung unserer Vogelwelt beitragen würde!

Hotspot Salziger See

Für Vogelbeobachter lohnt sich ein Besuch am Salzigen See fast das ganze Jahr über, aber auch für Wanderer und Naturfreunde, die sich die abwechslungsreiche Landschaft nicht entgehen lassen wollen.

Zu den Vögeln, die den Salzigen See als Rastplatz nutzen, gehören

  • Saat- und Blässgänse
  • Zwerg- und Gänsesäger
  • Fisch- und Seeadler (seltener)
  • verschiedenste Möwenarten, z.B. Silber- und Sturmmöwen
  • verschiedene Watvögel
  • Stern- und Prachttaucher

Zu den Vögeln, die den Salzigen See (vor allem Röhricht und Schilf) als Brutplatz nutzen, gehören

  • Graugänse
  • Knäkenten
  • Graureiher
  • Rohrweihen
  • Schilfrohrsänger
  • Tüpfelsumpfhühner
  • Silberreiher
  • Blaukehlchen
  • an den Hängen: Bienenfresser, Nachtigallen, Bluthänflinge, Neuntöter usw.

Ihr könnt vom Bahnhof Röblingen aus zum Salzigen See wandern oder mit dem Auto bis zum Parkplatz in der Nähe des Aselebener Pumpensees fahren, einem der Flachgewässer im Salzigen See.

  • Weitere Informationen über das Schutzgebiet erhaltet ihr auch in diesem Artikel des NABU.

Foto: Von Hallogen – Eigenes Werk (Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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