Großer Brachvogel – Watvogel in Gefahr

Großer Brachvogel – Watvogel in Gefahr

Gespeist wird im Watt, gebrütet auf der Feuchtwiese. Der Große Brachvogel ist ein Kurzstreckenzieher, der genau weiß, wo er sich am wohlsten fühlt. Da aber immer mehr Feuchtwiesen der Landwirtschaft zum Opfer fallen, befindet sich der Watvogel im Wettlauf mit der Zeit.

Aussehen

Wie ihr euch sicher schon denken könnt, hat der Große Brachvogel seinen Namen nicht von Ungefähr, sondern erreicht eine Größe von bis zu 60 cm. Da zieht das Gewicht natürlich mit, bis zu einem Kilogramm kann ein Vogel wiegen (die Weibchen werden oft etwas größer als die Männchen). Ebenfalls groß und auffällig ist der dünne, leicht gebogene Schnabel, der bis zu 17 cm lang werden kann. Trotzdem macht der Vogel eine durchaus elegante Figur, wenn er auf seinen langen Beinen einherschreitet.

Das Gefieder erwachsener Vögel ist braun und schwarz gestrichelt, auf dem Rücken findet sich eine weiße Aussparung und die Flügel sind ebenfalls mit Weiß versetzt, was vor allem im Flug gut zu sehen ist. Die Brust trägt ein kräftiges Streifenmuster, wird aber in Richtung Bauch heller.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Großen Brachvogels erstreckt sich vom nördlichen Europa bis nach Sibirien. In Deutschland brüten noch etwa 3.200 bis 4.000 Paare. Die Leda-Jümme-Niederung in Niedersachsen ist eines der bekannten Brutgebiete, 2011 wurden dort etwa 50 Brutpaare registriert.

Als Watvogel liebt der Große Brachvogel Regionen, die von möglichst viel Feuchtigkeit durchsetzt sind, beispielsweise Moore und Feuchtwiesen. Im Winter ist er eher im Watt sowie auf Wiesen und Äckern zu finden. Wichtig ist vor allem, dass es sich um eine flache, möglichst offene Fläche mit wenig Baumbestand handelt.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Zwischen März und August ist die Brutzeit der Großen Brachvögel, sie halten sich dann vor allem in Mooren und Feuchtwiesen auf und vollführen ihre beeindruckenden Balzrituale. Mit melancholischem Gesang und leicht trillernden Rufen überfliegen die langschnäbligen Vögel ihr Brutgebiet. Das Nest wird nah am Boden in einer Mulde errichtet. Vor allem auf Feldern ist das aufgrund der Landwirtschaft allerdings problematisch, so dass Ersatzgelege keine Seltenheit sind.

Außerhalb der Brutzeit halten sich Große Brachvögel in Wattgebieten auf, wo sie oft größere Gruppen bilden. Hier kommt der lange, gebogene Schnabel zum Einsatz, denn er ist das perfekte Werkzeug, um kleine Muscheln und Würmer aus dem Schlamm zu holen.

Leider ist der Große Brachvogel immer stärkeren Gefährdungen ausgesetzt, denn sein bevorzugter Lebensraum verschwindet dramatisch schnell. Unsere Landwirtschaft beansprucht immer mehr Platz, so dass Feuchtwiesen und andere Grünflächen in Ackerlandschaft umgewandelt werden. Die Mähsaison überschneidet sich mit der Brutzeit, so dass Fuchs und Habicht, die natürlichen Feinde, fast schon harmlos wirken gegen die Bedrohung, zu der der Mensch geworden ist. Allerdings werden immer mehr Landwirte für eine spätere Mahd gewonnen, so dass die Jungvögel in Ruhe flügge werden können.

  • Auf der Seite des NABU findet ihr einen Steckbrief zum Großen Brachvogel, dort könnt ihr euch auch seine Stimme anhören.

Foto: Jason Thompson (Lizenz CC BY 2.0)

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