Der Klimawandel und die Vogelwelt – Zukunft der Vögel gefährdet!

Der Klimawandel und die Vogelwelt – Zukunft der Vögel gefährdet!

Wie genau sind Vögel vom Klimawandel betroffen? Gehen nur Arten verloren, oder profitieren manche Vögel auch von der Erderwärmung? Und was bedeutet die Klimaveränderung für Zugvögel?

Der Klimawandel macht uns Sorgen wegen seiner Wirkung auf Natur, Menschen und Tiere. Auch Vögel sind davon betroffen. Prognosen sagen voraus, dass sich innerhalb des nächsten Jahrhunderts die Artenvielfalt, die Lebensräume und die Flugrouten von Vögeln verändern werden. Skeptiker werfen allerdings ein, dass (zumindest aktuell) der Einfluss der Landwirtschaft auf die Vogelwelt bedenklicher ist als die Auswirkungen des Klimawandels. Im Folgenden untersuchen wir die möglichen Folgen des Klimawandels auf Vögel. Eines ist klar: Es wird Gewinner und Verlierer geben.

Klimawandel wandelt Zugvögel

Hier merkt man den Klimawandel zuallererst: Zugvögel reagieren empfindlich schnell auf Veränderungen ihrer Umwelt. Beispielsweise kehren Mehlschwalben schon jetzt circa 10 Tage früher aus Afrika nach Deutschland zurück als noch vor 30 Jahren. Auch brüten viele Vogelarten früher und öfter als sie es noch vor einigen Jahren getan haben und ziehen – wie etwa die Feldlerche – später in ihr Winterquartier. Die Winterquartiere der Zugvögel sind mittlerweile häufig nördlicher gelegen als ehemals. Weißstörche etwa nehmen zunehmend anstatt Afrikas mit Spanien vorlieb. Gleiches trifft auf Kiebitz, Drossel, Star und Hausrotschwanz zu. Andere Arten wiederum entwickeln neue Zugrouten: Die Mönchsgrasmücke zieht nicht mehr nach Spanien, Südfrankreich oder Afrika, sondern in die entgegengesetzte Richtung nach Südengland. Gefährlich wird es für Vögel, deren Zugrouten sie durch Wüsten und Küstengebiete führen. Die um sich greifende Dürre in afrikanischen Wüstengebieten verlängert die Zugroute der Transsaharazieher (z.B. Schilfrohrsänger) und gefährdet sie kritisch. Rastplätze an Küsten hingegen verschwinden aufgrund des steigenden Meeresspiegels.

Manche Zugvögel können besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen als andere. Der Grund ist die genetisch festgelegte innere Uhr, welche bei manchen Vogelarten flexibler ist als bei anderen. Das heißt, manche Zugvögel ändern ihre Routen nicht, auch wenn die Bedingungen für sie ungünstiger werden. Allgemein passen sich Kurz- und Mittelstreckenzieher schneller an externe Veränderungen an als andere Zugvögel. Das Problem: Vogelarten, die zu spät zurückkehren, werden von den anderen ausgebootet. Reviere sind schon besetzt, die Nahrung knapp.

Klimawandel wandelt Lebensräume

Doch durch den Klimawandel werden nicht nur Arten aus unseren Breiten verschwinden, es werden auch immer mehr südliche Arten zuwandern. Der bunte Bienenfresser etwa baut nach und nach eine Population in Deutschland auf, ähnlich ist es mit dem Seidenreiher und dem Orpheusspötter. Der bisher nur vereinzelt verbreitete Wiedehopf könnte bald in ganz Deutschland zu beobachten sein. Der Klimawandel fördert auch, dass sich Neozoen wie der exotische Halsbandsittich in Deutschland ansiedeln können. Natürlich birgt ein solcher Lebensraumwandel Gefahren. Aber die Verschiebung der Lebensräume und eine veränderte Zusammensetzung etablierter Biosphären muss nicht zum zwangsläufig zu Artenverlust führen. Heute ist es schwer zu sagen, wie genau unsere Ökosysteme reagieren werden und wie anpassungsfähig sie sind.

Klimawandel wandelt Artenvielfalt

Wo die Angst am größten ist, sind die Prognosen am schwersten. Forscher sind sich einig, dass ein drastischer Artenverlust Folge des Klimawandels sein könnte, auch in der Vogelwelt. Zuerst verschwinden werden stark spezialisierte Arten und solche, die in geografisch isolierten Gebieten leben. Schlimm betrifft das zum Beispiel Watvögel im Wattenmeer und auf Inseln. Außerdem werden Standvögel wie Meisen und Kleiber die Zugvögel zunehmend aus ihren Lebensräumen vertreiben, da sich erstere besser auf Veränderungen einstellen können. Wieviele Arten verloren gehen werden, ist schwer zu schätzen. Sicher wissen wir nur, dass wir alles Menschenmögliche dafür geben sollten, das Risiko zu verringern.

Foto: © RainerSturm / pixelio.de

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