Herbstputz – Was eine Nistkastenreinigung verrät

Herbstputz – Was eine Nistkastenreinigung verrät

Im Herbst haben auch die letzten Jungvögel ihr Nest verlassen. Zeit für eine gründliche Nistkastenreinigung – ihr werdet staunen, was sie alles offenbart!

Nistkastenreinigung – Die richtige Technik

Sicher, in der freien Natur werden Nisthöhlen auch nicht einfach von Zauberhand sauber. Warum also solltet ihr den Nistkasten reinigen? Aus demselben Grund, weshalb ihr ihn aufgehängt habt: zum Vogelschutz. Denn die Kästen werden auch als Schlafplätze benutzt und sollen im nächsten Jahr wieder eine Vogelfamilie beherbergen. Altes Nistmaterial, tote Vogeljungen und vor allem Parasiten (Vogelflöhe, Milben, Zecken) stören da sehr.

Bevor ihr den Kasten abnehmt, solltet ihr vorsichtig dagegen klopfen. Heimliche Mieter wie Mäuse können dann noch fliehen und springen euch beim Öffnen des Kastens nicht ins Gesicht. Nehmt ihn besser nicht mit ins Haus, sondern reinigt ihn gleich draußen. Meist reicht es, den Kasten gründlich auszufegen. Benutzt auf keinen Fall chemische Reinigungs- oder Desinfektionsmittel! Bei starken Verschmutzungen hilft auch heißes Wasser und starkes Schrubben. Lasst den Kasten danach gründlich austrocknen.

Wer hat hier gewohnt?

Viele Nistkastenbewohner hinterlassen recht deutliche Spuren. Vielleicht könnt ihr ja mit den folgenden Infos den einen oder anderen erkennen! Ein Kasten mit knochenhaltigem Gewölle hat definitiv Eulenvögel beherbergt. Das Gewölle der Schleiereule trägt außerdem eine glänzende Speichelhülle und ist sehr gut zu erkennen. Die Gewölle von Steinkauz (er brütet nur in Niströhren) und Zwergohreule enthalten viel Chitin – Überreste der gefressenen Insekten.

Unter den Entenvögeln greifen vor allem Mandarinente, Schellente und Gänsesäger auf Nistkästen zurück. Die Bestimmung ist hier allerdings eine Herausforderung. Leichter wird es, wenn ihr Resteier im Kasten findet oder die zurückgelassenen Dunen mit einem Buch bestimmen könnt.

Die einzige Taube, der ihr in einem Nistkasten begegnen werdet, ist die Hohltaube. Sie baut ein lockeres Nest aus Reisig, das bald vom Kot der Jungen stabilisiert wird. Manchmal nutzen auch Dohlen den Schutz eines Nistkastens. Ihr erkennt ihre Nester an einem Teppich aus feinen Wurzeln sowie Stoffresten und Tierhaaren.

Kleinere Sommergäste

Die Hinterlassenschaften kleinerer Vögel können oft recht schnell bestimmt werden. Für einen besseren Überblick fassen wir die Eigenschaften hier zu kleinen Steckbriefen zusammen. So könnt ihr sofort nachsehen, was bei eurer Nistkastenreinigung ans Licht kam.

Blau- und Kohlmeise
  • Hauptbestandteil des Nestes ist Moos
  • eingedrückte Nistmulde in der Mitte
  • Zusatzmaterial: Federn, Gras, Blätter, Bast, Rindenstücke
  • Blaumeisen eher in Kästen mit kleinerem Loch

Tannen- und Sumpfmeise ähnlich, aber ohne Zusatzmaterial

Kleiber
  • zugeklebtes Eingangsloch
  • lockere Schicht aus Kieferrinde und morschen Holzstücken
Haus- und Feldsperling
  • sehr großes Nest, füllt Kasten komplett aus
  • Material: Grashalme, Blattstängel, Wollfäden, Blätter, viele Federn
Trauer- und (selten) Halsbandschnäpper
  • Basis aus alten Blättern und Grashalmen
  • flache Nestmulde, kaum Polsterung
  • keine Federn
Gartenrotschwanz
  • Material: Wurzeln, trockenes Gras, Rindenfasern, Moos, Haare
  • Nestmulde mit Haaren und Federn gepolstert
Star
  • Material: Blätter, trockenes Gras, allgemein Pflanzen
  • Nestmulde mit Federn, Wolle, Moos und anderem gepolstert (Hauptsache weich!)

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel