Saatkrähe – glänzender Koloniebrüter

Saatkrähe – glänzender Koloniebrüter

Noch ist die Saatkrähe kein gefährdeter Vogel, aber ihr Ruf in der Welt der Menschen verschlechtert sich immer mehr. Warum der schwarz glänzende Vogel so unbeliebt ist und was ihn einzigartig und schützenswert macht.

Aussehen

Ausgewachsen erreicht die Saatkrähe eine Größe von 46 Zentimetern. Ihre Statur ist kräftig und das Federkleid schwarz mit metallischem Schimmer. Je nach Einfall des Sonnenlichtes kann es auch einen grünen oder violetten Glanz haben. Der Schnabelansatz ist bei Altvögeln unbefiedert und hell, Jungvögel haben an dieser Stelle noch Gefieder. Der Schnabel ist eher spitz und zeigt eine leichte Biegung nach unten. Unter dem Schnabel hat die Saatkrähe einen Kehlsack, in dem sie Nahrung transportiert.

Vorkommen

Die Saatkrähe ist in ganz Europa verbreitet, lediglich in Italien, Portugal und Teilen Spaniens kommt sie eher selten bis gar nicht vor. Sie erreicht außerdem das Schwarze und das Kaspische Meer und überwintert in großen Gebieten des Balkans und der Türkei.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten schätzt den deutschen Bestand aktuell auf circa 85.000 Paare. Allerdings gibt es schon seit längerer Zeit Konflikte zwischen dem Menschen und dem geselligen Rabenvogel. Saatkrähen sind sehr soziale Vögel und leben in größeren Kolonien zusammen. Noch in den 1970er Jahren befanden sich in Deutschland zwei von drei Kolonien in ländlichen Gebieten. Allerdings wurde die Saatkrähe dort nach und nach immer unbeliebter, da sie als Ernteschädling gilt. Dabei waren sie früher beliebte Landbewohner, denn sie klaubten Insekten von den Feldern.

Um vor der Verfolgung der Landbewohner zu fliehen, verlagerten die Vögel ihr Brutgebiet in die Dörfer und Städte. Doch auch hier werden sie aufgrund ihrer lauten Rufe und des Kots oft wieder vertrieben. Ein Teufelskreis entsteht. Vogelschützer setzen sich allerdings mit Öffentlichkeitsarbeit für die Akzeptanz der Saatkrähe ein und raten, jede Situation einzeln zu bewerten, bevor Kolonien vertrieben werden. Denn eine Gruppe Vögel als Lärmbelästigung zu bezeichnen, wenn diese an einer stark befahrenen Straße lebt, ist beispielsweise Unsinn.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Verwechslungsgefahr besteht mit der vollkommen schwarzen Rabenkrähe, diese hat aber einen befiederten Schnabelansatz. Wenn ihr den nackten Schnabel erkannt habt und euer Vogel metallisch in der Sonne glänzt, handelt es sich um eine Saatkrähe, vor allem wenn sie in einer größeren Kolonie unterwegs ist.

Die Kolonie erfordert es auch, dass Saatkrähen ein sehr ruffreudiges Verhalten zeigen. Meist handelt es sich um ein kerniges „Kah“ oder „Krah“, wie man es von Rabenvögeln erwartet. In Gefahrensituationen wird der Ruf lauter und höher, etwa wie ein langes „kräääh“. Im Frühjahr kommen oft leisere, gurrende Laute hinzu.

Die Kolonien, die sich auf dem Land halten konnten, besiedeln flaches bis hügeliges Grünland. Dort und auf offenen Feldern bewegen sich die Vögel hüpfend fort und suchen mit ihrem spitzen Schnabel nach Nahrung. Sie mögen Insekten, Regenwürmer, Schnecken, Getreidesamen oder Feldfrüchte.

Wie viele Rabenvögel ist die Saatkrähe ziemlich neugierig und intelligent. In der Gruppe veranstalten die Vögel verschiedene Spiele. So lassen sie zum Beispiel Gegenstände fallen, die ein anderer Vogel auffangen soll, oder schaukeln gemeinsam auf Ästen. Im Flug vollführen sie auch verschiedene Kapriolen und necken einander. Wenn ihr also einer Saatkrähenkolonie begegnen solltet, bleibt eine Weile stehen, um zu beobachten, es könnte sich lohnen!

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5 Kommentare

  1. Bjoern 16. Januar 2016 um 17:57

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    der Bericht ist sehr schön. Auch Das Video ist ganz lustig. Allerdings befindet sich auf dem obenliegenden Foto eine Rabenkrähe und nicht eine Saatkrähe.

    • Christian Kolbe 18. Januar 2016 um 17:20

      Vielen Dank für den Hinweis!

      Ich habe das Bild soeben ausgetauscht.

      Beste Grüße aus der Redaktion.

  2. Bornstein 16. Januar 2016 um 19:12

    macht doch mal aus der Rabenkrähe im oberen Foto eine Saatkrähe, sonst glaubt es ja keiner, dass Saatkrähen im Gesicht anders aussehen.

    • Christian Kolbe 18. Januar 2016 um 17:21

      Korrekt, danke fürs Aufpassen!

      Das Bild wurde getauscht.

      Beste Grüße!

  3. Schulze 22. Januar 2016 um 14:21

    Rabenvögel sind faszinierend.
    Wir habe im Laufe der letzten 15 Jahre zwei Dohlen aufgezogen.
    Sie sind flink,intelligent und anhänglich.
    Sie habe dann angefangen,die Nachbarschaft zu
    ärgern,indem sie Attacken auf Leute flogen,die ihr Butterbrot aßen oder mal eben durchs offene Fenster
    im Wohnzimmer herumspazierten…

    Später haben sich dann beide einen Partner gesucht und uns nach anfänglichen Besuchen dann endgültig verlassen…..

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