Die Strandseenlandschaft bei Schmoel

Die Strandseenlandschaft bei Schmoel

Die Strandseenlandschaft bei Schmoel ist erst 26 Jahre alt und stellt bereits ein sehr wichtiges Vogelschutzgebiet dar. Aber nicht nur deshalb lohnt sich ein Besuch, denn die (fast) natürlich entstandenen Strandseen sind ebenso interessant wie ihre Bewohner.

Entstehung und Geschichte

Die Strandseenlandschaft ist ein Naturschutzgebiet an der Küste Schleswig-Holsteins, nordöstlich von Kiel gelegen. Anders als so manches andere Schutzgebiet war die Entstehung dieser Landschaft von Anfang an geplant. Sie sollte die intensiven Deichverstärkungen an der Probsteier Küste ausgleichen. Zu diesem Zweck wurde ein Stück des alten Deichs entfernt und dahinter Senken ausgeschoben. Den Rest erledigte die Natur mit bewundernswerter Präzision: 1989 überspülte eine mächtige Sturmflut die Küste, so dass sich die Senken mit Meerwasser füllten.

So entstand die Strandseenlandschaft bei Schmoel (gemeint ist das Gut Schmoel, dessen Ackerflächen an das Naturschutzgebiet grenzen). Die Strandseen waren schon bald von Schilf und Gehölzen umgeben und die Ostsee gestaltet das Gebiet immer wieder drastisch um, so dass die kleine menschliche Hilfe kaum noch zu erahnen ist.

Vogelarten der Strandseenlandschaft bei Schmoel

Für Landvögel, die die Ostsee auf ihrer Reise überqueren müssen, ist die Strandseenlandschaft ein letzter Rastplatz, bevor sie für eine Weile nur noch salziges Wasser unter sich haben. Wasservögel orientieren sich zudem an der Küstenlinie.

Am Strand finden sich unter anderem Arten wie Austernfischer und Sandregenpfeifer. Letztere brüten auch gerne im Schutz der längsten Buhne entlang des Gebietes, wo sich eine kleine Lagune gebildet hat. Leider werden sie oft von Spaziergängern und anderen Umwelteinflüssen bei der Brut gestört. Nicht nur deshalb solltet ihr den vorgegebenen Wanderweg nicht auf eigene Faust verlassen, wenn ihr in der Strandseenlandschaft unterwegs seid.

Auf dem schmalen Landstreifen zwischen der Küste und den umliegenden Feldern finden sich oft rastende Pieper, auch Rohrammern, Sumpfrohrsänger, Neuntöter und Buchfinken nutzen das Gebiet um die Seen als Rastplatz.

Die meisten Vogelarten können wohl auf den Strandseen selbst beobachtet werden: Rothalstaucher (ihr auffälliges Balzverhalten ist immer ein Erlebnis!), Mittelsäger, Schnatter-, Knäk- und Löffelenten, Bartmeisen und Rohrweihen sind nur einige Beispiele.

Manchmal zeigt sich ein Seeadlerpaar im Schutzgebiet, auch Sumpfläufer und Odinshühnchen gehören zu den selteneren Gästen. In den Feuchtflächen sind ab und an Karmingimpel zu beobachten.

Im Spätherbst könnt ihr euch auf den Anleger der Seebrücke vom Schönberger Strand begeben und von dort verschiedene Meeresenten wie die Eiderente beobachten, die gekommen sind, um zu überwintern. Eiderenten weisen oft wunderschöne, einzigartige Farbmuster auf!

  • An der Bushaltestelle Schönberger Strand beginnt der Küstenwanderweg. An seinem Ende findet ihr noch einen weiteren Strandsee mit Beobachtungsturm. Geht ruhig die gleiche Strecke zurück, ihr werdet sicher überrascht sein, wie viel Neues ihr noch entdecken könnt.
  • Weitere Informationen zur Strandseenlandschaft findet ihr auch auf den Seiten des NABU.

Foto: Dguendel (Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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