Doppelschnepfe – Flatterhafter Balzprofi

Doppelschnepfe – Flatterhafter Balzprofi

Die Doppelschnepfe ist ein scheuer Bodenbrüter, der bei uns in Europa leider immer seltener wird. Wer sie dann doch einmal bei der Balz beobachten kann, erlebt ein besonderes Naturschauspiel.

Aussehen

Genau wie die Bekassine ist die Doppelschnepfe ein kompakter, sehr kräftiger Vogel mit starken Beinen und einem langen Schnabel. Ihr Gefieder ist bräunlich gesprenkelt, wobei der Bauch einen weißen Grund hat. Deshalb ist dort das dunkle Bändermuster gut sichtbar. Auch am Kopf wechseln sich helle und dunkle Bänder ab. Auge und Schnabelansatz werden durch einen dunklen Strich verbunden.

Am Rücken mischen sich verschiedene Brauntöne mit Schwarz zu einem Tarnmuster. Ein wichtiges Merkmal sind die weißen Schwanzkanten sowie zwei weiße Flügelbinden, die ihr vor allem im Flug gut erkennen könnt.

Vorkommen

Doppelschnepfen brüten vor allem im Norden und Osten Europas und Asiens. Die wichtigsten europäischen Brutbestände befinden sich beispielsweise in Norwegen und Polen. Diese Art bevorzugt Feuchtwiesen, geschützte Moore, Flussniederungen und Kahlflächen in Nadelwaldgebieten.

Die meisten Doppelschnepfen ziehen im Winter nach Afrika, um den frostigen Temperaturen zu entgehen. Zu den wichtigsten Regionen gehören dort der Kongo, Tansania, Angola, Sambia und Malawi. Während die Vögel recht früh in die Überwinterungsgebiete aufbrechen, lassen sie sich mit dem Heimzug wesentlich mehr Zeit; manche verbringen sogar den April noch in Afrika. Doch wenn sie einmal aufgebrochen sind, gibt es meist kein Halten mehr. Spätestens Anfang Juni sind dann alle Brutgebiete wieder voll besetzt.

Verhalten und Wissenswertes

Möglicherweise brauchen die Doppelschnepfen eine lange Auszeit in Afrika, um sich von ihrer anstrengenden Balz zu erholen. Diese läuft nämlich nach einem ganz bestimmten Muster. An bestimmten Orten im Brutgebiet finden sich bis zu 20 Männchen ein, um gemeinsam zu balzen. Dabei trägt jeder seinen Balzgesang vor und springt immer wieder flatternd in die Luft. Oft vollführen zwei Männchen zusammen ihre Balzsprünge, um sich darin zu messen. Wenn ein Weibchen auftaucht, wird die Vorführung natürlich noch intensiver – die Männchen nehmen singend und flatternd die Verfolgung auf.

Doppelschnepfen bauen ihre Nester am Boden, tief im schützenden Pflanzenreich. Dazu polstern sie eine kleine Mulde mit Gräsern und weichem Moos aus. Das Weibchen legt drei oder vier gesprenkelte Eier und bebrütet sie gut drei Wochen lang. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen noch einen Monat in der Obhut der Mutter, bis sie schließlich selbstständig sind. Dann erbeuten sie auf eigene Faust Regenwürmer, kleine Schnecken und Insekten.

Übrigens: Der Name Doppelschnepfe stammt aus der Jägersprache und bezieht sich auf die Größe des Vogels (sie ist zum Beispiel doppelt so groß wie die Zwergschnepfe).

 

Foto: Martin Mecnarowski (Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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