Dorngrasmücke – Gesang aus dem Hinterhalt

Dorngrasmücke – Gesang aus dem Hinterhalt

Die Dorngrasmücke ist ein Vogel der verwilderten Hecken und Gebüschen. Dort kann sie jagen, singen und nisten.

Aussehen

Die Dorngrasmücke ist auf den ersten Blick ein unauffälliger, etwa 14 Zentimeter großer Vogel. Der Körper ist größtenteils graubraun gefärbt. Die Männchen haben im Sommer eine graue Kopfkappe, die Weibchen eine graubraune. Die Flügel tragen ein dunkleres Braun und schwarze Akzente. Brust und Bauch sind heller gefärbt, vor allem die weiße Kehle fällt auf. Außerdem haben Männchen eine rote Iris, die der Weibchen ist braun.

Die Dorngrasmücke ist etwas kleiner als die Mönchs- und die Gartengrasmücke, jedoch geringfügig größer als die Klappergrasmücke.

Vorkommen

Dorngrasmücken können euch von Mitteleuropa bis Mittelasien begegnen, außerdem in Vorderasien und ihrem Winterquartier, dem Norden und Westen Afrikas.

Die Beschaffenheit ihres Lebensraumes findet sich schon im Namen der Dorngrasmücke. Sie liebt offene Landschaften mit dichten Hecken und ausladenden Dornenbüschen. Je verwilderter, desto besser. Gerade in Deutschland fallen solche Landschaften aber allerlei Gartengeräten zum Opfer, so dass die Bestände hierzulande immer kleiner werden. An Feldern, auf Bahndämmen, in alten Kiesgruben und in verwilderten Gärten findet die Dorngrasmücke aber noch Brutplätze.

In den 60er Jahren erlitt der Bestand einen harten Einbruch. Grund war eine Dürreperiode im afrikanischen Überwinterungsgebiet.

Verhalten und Wissenswertes

Eine Dorngrasmücke werdet ihr eher hören als sehen, da sie meist im Inneren der dichten Dornenbüsche herumhüpft. Von dort ertönt ihr schneller, gequetschter Gesang ohne viel Melodie. Diese Art von Gesang wird auch als „Geplapper“ bezeichnet. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr die Dorngrasmücke bei einem ihrer kurzen Singflüge von Gebüsch zu Gebüsch erhaschen.

Die Art ernährt sich vor allem von Insekten und anderen Kleintieren. Seltener als andere Grasmücken greifen sie auf Beeren und Früchte zurück.

Die unordentlichen Büsche sind auch deshalb so wichtig, weil die Vögel darin ihre Nester bauen. Diese befinden sich dann meist sehr nah über dem Boden. Wenn kein passendes Gebüsch vorhanden ist, weicht eine erfinderische Dorngrasmücke auch mal in Brennnesselflächen oder Brombeersträucher aus. Die Eiablage beginnt im Mai. Danach bebrüten beide Vogeleltern die zart gesprenkelten Eier. Schon nach knappen zwei Wochen schlüpfen die Jungen und sind zunächst nackt und hilflos. Daher bleiben sie noch weitere 12 Tage im Nest, bis sie anfangen können, die Welt zu erkunden.

Foto: Stefan Berndtsson (Lizenz: CC BY 2.0)

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