Kampfläufer – imposante Gladiatoren

Kampfläufer – imposante Gladiatoren

 

Kampfläufer können die unterschiedlichsten Federkleider tragen, doch sie haben auch Gemeinsamkeiten: einen großen Kragen aus Schmuckfedern und (meistens) die Lust am Kämpfen.

Aussehen

Der Kampfläufer gehört zu den Schnepfenvögeln, sticht unter ihnen aber deutlich heraus. Er kann in verschiedenen Gefiederfarben und –mustern auftreten, weshalb es nicht immer leicht ist, ihn zu erkennen. Folgende Merkmale können euch helfen: Kampfläufer haben einen mittellangen, leicht abwärts gebogenen Schnabel, lange dünne Beine und einen kleinen Kopf auf dem leicht buckelig wirkenden Körper. Im Flug sind stets zwei weiße, ovale Flecken auf den Oberschwanzdecken zu erkennen.

Ein ausgewachsener männlicher Kampfläufer im Prachtkleid ist eine imposante Erscheinung. Typisch ist der ausladende Kragen aus Schmuckfedern, der ein bisschen an eine Halskrause aus dem 16. Jahrhundert erinnert. Abgesehen von diesem edlen Accessoire können die Männchen ganz verschieden aussehen. Manche sind schuppenartig schwarz-braun-weiß gemustert, manche sind auch rein weiß, schwarz oder rotbraun.

Im Schlichtkleid sehen die Männchen den Weibchen sehr ähnlich. Beide tragen dann einen weißen Bauch und eine braungraue Oberseite.

Vorkommen

Kampfläufer kommen hauptsächlich in Nord- und Osteuropa vor. Auch in Mitteleuropa waren sie lange Zeit verbreitet, doch durch intensive Landwirtschaft werden ihre Lebensräume immer kleiner. Während um 1900 noch 10.000 Weibchen in den Niederlanden brüteten, sind es heute weniger als hundert. In Deutschland leben die letzten Kampfläufer unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern.

Die agilen Vögel halten sich zur Brutzeit am liebsten auf Feuchtwiesen und in Mooren mit niedriger Vegetation auf. Dort finden sie ausreichend Wasserinsekten und Schnecken zum Fressen.

Kampfläufer sind Langstreckenzieher, sie überwintern in Westafrika. Während des Zuges machen sie immer wieder auf nassen Wiesen oder auch Schlammflächen Rast.

Verhalten und Wissenswertes

Die alljährliche Balz ist bei den Kampfläufern ein spektakuläres Ereignis. Die Männchen verfolgen unterschiedliche Brutstrategien, welche man sogar an der Farbe ihres Federkragens ablesen kann. Männchen mit schwarzem Kragen (so genannte residente Männchen) suchen sich eine kleine Schlammfläche und machen sie zu ihrer Kampfarena. Jedes Männchen verteidigt seine Arena und reagiert vor allem auf andere Männchen mit schwarzem Kragen äußerst aggressiv. Diese Strategie kommt am häufigsten vor.

Männchen mit weißem Kragen (Satelliten) haben keine eigenen Arenen, sondern halten sich in der Nähe von residenten Männchen auf. Interessanterweise dulden diese die Satelliten am Rand ihrer Arena, weil sie noch mehr Weibchen anlocken. Die Arenen dienen nämlich vor allem als Orte, an denen die Männchen sich den Weibchen präsentieren können. Die Weibchen flanieren an den Arenen vorbei und suchen sich das beste Männchen für die Paarung aus. Natürlich werben die Männchen auch außerhalb der Arenen um Weibchen, haben dort aber längst nicht so viel Erfolg.

Um Nestbau, Brutpflege und Jungenaufzucht kümmern sich die Weibchen ganz allein. Die Jungen schlüpfen nach circa 20 Bruttagen und werden einen knappen Monat später flügge.

 

Foto: Arjan Haverkamp (Lizenz CC BY 2.0)

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