Ohrenlerche – Es ist nicht alles Ohr, was spitzt

Ohrenlerche – Es ist nicht alles Ohr, was spitzt

Die Ohrenlerche ist vor allem in den Steppen und Tundren unserer Erde anzutreffen. Nur im Winter verlässt sie diese karge Heimat und lässt sich zum Beispiel gut am Wattenmeer beobachten.

Aussehen

Die Ohrenlerche ist ein kleiner Singvogel und wird etwa so groß wie die Feldlerche (daher rund 17 Zentimeter). Das wichtigste Merkmal ist der gelbe Kopf mit schwarzen Partien auf dem Oberkopf und am Auge. Wie eine Maske zieht sich ein schwarzes Band vom einen Auge über den Schnabel bis zum anderen. Außerdem befinden sich an den Scheitelseiten schwarze Federn, die aufgestellt werden können und dann wie kleine Ohren aussehen. Daher hat die Art ihren Namen. Die Oberseite ist hellbraun mit schwarzer Zeichnung, Brust und Bauch setzen sich cremeweiß von der schwarzen Kehle ab.

Männchen und Weibchen sehen auf den ersten Blick gleich aus, die Färbung der Weibchen ist allerdings etwas blasser.

Vorkommen

Ohrenlerchen kommen vor allem in den Tundren Eurasiens und Nordamerikas vor, außerdem in den kargeren Regionen von Südosteuropa, Nordwestafrika und Asien. Gerade in Nordamerika gibt es praktisch überall Ohrenlerchen, vermutlich weil dort andere Lerchenarten fehlen. So haben sie weniger Konkurrenz.

Ihre Überwinterungsstrategie kommt uns besonders zugute, denn sie verbringen die kalten Monate vor allem in Europa, genauer gesagt im Wattenmeer. Dort sind sie von November bis März anzutreffen. Oft sieht man sie gemeinsam mit Berghänflingen und Schneeammern, wie sie geschäftig die Strände abpicken.

Es sind vor allem Tundren, Steppen und Gebirge, die die Ohrenlerche anziehen. Sie bevorzugt karge, steinige Landschaften mit wenig Bewuchs.

Verhalten und Wissenswertes

Das Intermezzo am Wattenmeer hat einen lebenswichtigen Grund. Im Winter ernähren sich Ohrenlerchen fast ausschließlich von Samen, und die werden an den Spülsäumen des Meeres reichlich angeschwemmt. In der Brutzeit hingegen ernähren sich die kleinen Vögel von Insekten, Kleintieren und Pflanzenteilen.

Apropos Brutzeit: Die dauert bei der Ohrenlerche nur von Juni bis Juli. Bereits einige Zeit vorher gehen die Paare eine monogame Saisonehe ein. In der gut getarnten Nestmulde bebrütet das Weibchen die Eier etwa 14 Tage lang. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungvögel nur knappe zwei Wochen im Nest, das Weibchen hudert sie während der ersten Tage. Die Fütterung übernehmen beide Eltern gemeinsam.

Foto: USFWS Mountain-Prairie (Lizenz: CC BY 2.0)

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