Rotdrossel – Wintergast mit Farbfleck

Rotdrossel – Wintergast mit Farbfleck

Aus den nordischen Wäldern kommt jetzt die neckische Rotdrossel zu uns. Sie ist ein kleiner Vertreter unter den Drosseln, lässt sich aber recht gut beobachten.

Aussehen

Eine Rotdrossel wird etwa 21 Zentimeter groß, wobei die Weibchen etwas schwerer sind als die Männchen. Auf den ersten Blick könntet ihr sie mit der ähnlich aussehenden Singdrossel verwechseln. Beide Arten haben eine braune Oberseite und der weiße Bauchbereich ist mit braunen Sprenkeln übersäht. Bei der Rotdrossel gehen die Sprenkel jedoch teilweise ineinander über. Ihre Flanken und der Bereich unter den Flügeln sind rostrot gefärbt, was sowohl im Flug als auch im Sitzen sichtbar ist.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist der helle Überaugenstreif, der bei der Singdrossel fehlt. Rotdrosseln haben außerdem einen größeren Kopf und einen längeren Schwanz.Der untere Schnabel ist in warmem Gelb, der obere eher in Braun gehalten. An der Spitze gehen beide Farben in Schwarz über.

Vorkommen

Die Rotdrossel ist ein typischer Vogel des Nordens und brütet unter anderem in Skandinavien, Schottland, Island, im Baltikum und in Sibirien. Sie ist ein Zugvogel, allerdings kein Langstreckenzieher. Daher befinden sich ihre Überwinterungsgebiete teilweise in Mittel-, vor allem aber in West- und Südeuropa.

In Deutschland könnt ihr Rotdrosseln vor allem als Durchzügler und Wintergäste beobachten, da sie nur ganz selten bei uns brüten. Gerade jetzt, im November, solltet ihr in Parks und lockeren Waldlandschaften nach den nordischen Gästen Ausschau halten. Oft suchen sie die Gesellschaft von anderen Drosselarten.

In ihren Brutgebieten halten sich unsere Vögel der Woche meist in Nadel- und Birkenwäldern auf. Aber auch dort kommen Parks und offene Waldgebiete infrage.

Verhalten und Wissenswertes

Sogar über unseren Städten erklingt in so mancher Novembernacht der durchdringende Ruf der ziehenden Rotdrosseln. Mit dem hohen, gedehnten „tziih“ behalten die Vögel die Orientierung im Schwarm und können zueinander Kontakt halten.

An den wärmeren Tagen ernähren sich die Drosseln von Wirbellosen und Insekten, doch im Herbst und Winter weichen sie meist auf Beeren aus. In dieser Zeit schließen sie sich vor allem den Wacholderdrosseln an und suchen mit ihnen gemeinsam nach Nahrung. Übrigens: Wenn ihr im Winter ein paar Äpfel in eurem Garten auslegt, werden die Drosseln bestimmt nicht lange fern bleiben! Doch es ist auch Vorsicht geboten, denn so ein Obst-Buffet macht die Vögel unaufmerksam. Manchmal werden sie dann von Greifvögeln wie Sperbern oder Turmfalken erbeutet.

Was den Nestbau angeht, sind Rotdrosseln äußerst flexibel. Sie können den stabilen, halbrunden Napf aus den verschiedensten Materialien bauen. Meist fällt die Wahl auf Gras, Moos und Flechten, doch sie verwenden auch Lehm und Erde. Auch für den Neststandort haben die Drosseln viele Möglichkeiten. Ob am Boden, in niedrigen Büschen oder auf einem Baum – überall bekommen sie ein anständiges Nest zustande.

Die Brutzeit beginnt meist Ende April bis Anfang Mai. Hoch im Norden des Brutgebietes kann sich dieser Termin jedoch bis in den Juli verzögern. Das Weibchen legt etwa fünf Eier, die von beiden Elternteilen zwei Wochen lang bebrütet werden.

Foto: Stefan Berndtsson (Lizenz: CC BY 2.0)

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel