Rotkopfwürger – hübscher Sonnenanbeter

Rotkopfwürger – hübscher Sonnenanbeter

Möglichst warm möchte er es haben, der Rotkopfwürger. Der kleine Singvogel ist vor allem im Mittelmeerraum zu finden und besticht durch sein hübsches, buntes Federkleid.

Aussehen

Diese zarten Vögel werden etwa 17 cm groß und bis zu 45 Gramm schwer. Ein besonderes Erkennungsmerkmal ist das kräftig rot gefärbte Köpfchen, welches von einem schwarzen Augenband durchzogen wird, das auch die Stirn zeichnet. Kinn, Brust und Bauch sind durchgehend weiß, die Flügel und der Rücken sind dunkler mit weißen Schulterflecken. Füße und Schnabel sind grauschwarz, wobei die obere Schnabelhälfte nach unten gebogen ist und leicht übersteht. Den weißen Bürzel könnt ihr am besten während des schnellen Fluges erkennen.

Männchen und Weibchen sehen sich recht ähnlich, allerdings sind die weiblichen Rotkopfwürger etwas matter gefärbt als die Männchen.

Vorkommen

Ganze 85 Prozent der europäischen Rotkopfwürger sind auf der Iberischen Halbinsel zu finden, im Spanienurlaub habt ihr also gute Chancen, den Rotköpfen zu begegnen. Davon abgesehen halten sich Rotkopfwürger in großen Teilen des Mittelmeerraumes auf, etwa in Frankreich, Italien, Griechenland, Türkei, Bulgarien und Rumänien.

Im Norden Europas fehlt der kleine Vogel größtenteils, einige wenige Paare kommen in Deutschland, Polen, der Slowakei und der Schweiz vor.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Der Lebensraum des Rotkopfwürgers resultiert natürlich aus seinem Verbreitungsgebiet und seiner Liebe zur Wärme, weshalb ihr ihm am besten in mediterranen Grasfluren, lichten Busch- und Eichenwäldern sowie in Olivenhainen und Weingebieten begegnet.

In Deutschland könntet ihr mit viel Glück in Obstgärten und Streuobstwiesen auf den Rotkopfwürger stoßen, seltener in lichten Pappelalleen.

In solchen Gebieten erbeutet der Rotkopfwürger größere Insekten wie Zikaden, Heuschrecken, Spinnen, Schmetterlinge und große Käfer. Dies tut er auf eine Art, die ihn früher bei den Menschen nicht zum beliebtesten Vogel gemacht hat: er wartet auf einem erhöhten Aussichtsposten (Baumspitzen, Leitungen, Büsche) auf Beute und schlägt diese am Boden. Größere Insekten spießt er auch schon mal auf einem Zaun oder einer dornigen Hecke auf, um sie Stück für Stück zu verzehren. Das handelte ihm den Ruf der Grausamkeit ein.

Rotkopfwürger verhalten sich insgesamt eher heimlich und mögen den Schutz von Büschen und Bäumen. Zur Balz unternehmen die Männchen niedrige Flüge durch ihr Revier und versuchen mittels einer aufrechten Pose und ausgestreckter Brust, Weibchen anzulocken. Der Balzruf ist ein schnätterndes, kratziges „wä-wä-wä“ oder ein „dscherrr“.

Die Nester werden in geschützten Gehölzen und auf Bäumen gebaut, so dass sie vor unerwünschten Blicken und Besuchern geschützt sind. Zwischen April und Juli legt das Weibchen etwa fünf dunkel gefleckte Eier. Die Jungvögel schlüpfen nackt, schaffen sich aber in wenigen Tagen ein ansehnliches Gefieder an. Zunächst besorgt das Männchen die Nahrung, später beteiligt sich auch das Weibchen an der Fütterung der hungrigen Schnäbel. Doch schon einen knappen Monat später jagen die kleinen Rotkopfwürger selbst ihre erste Beute.

Foto: Michele Lamberti (Lizenz: CC BY 2.0) / flickr.com

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