Schellente – Schwindelfreies Tauchtalent

Schellente – Schwindelfreies Tauchtalent

Die Schellente ist ein robuster Vogel des Nordens. Doch im Winter können wir sie oft auch an unseren Flüssen und Seen beobachten.

Aussehen

Schellenten werden etwa 50 Zentimeter groß. Besonders auffällig ist das Männchen im Prachtkleid, dessen großer, dunkler Kopf grünlich in der Sonne schimmert. Seine Brust und die Flanken sind weiß, der Rücken dagegen schwarz. Zwischen dem schwarzen Schnabel und dem leuchtend gelben Auge befindet sich ein weißer Fleck.

Wie bei vielen Vogelarten sind die Weibchen unauffälliger gefärbt. Sie haben ein graues Gefieder, von dem sich ihr großer, dunkelbrauner Kopf abhebt. Der weiße Fleck fehlt bei den Weibchen, dafür tragen sie ein weißes Halsband sowie zarte weiße Flecken an den Flanken. Männchen im Schlichtkleid ähneln den Weibchen, beide Geschlechter haben hellrote Beine.

Vorkommen

Die Brutgebiete der robusten Schellente liegen in Nord- sowie Nordosteuropa. Eine weitere Unterart brütet auch in Asien und Nordamerika. Zu den europäischen Arealen gehören große Teile Skandinaviens, Polen, das europäische Russland sowie Teile Norddeutschlands. Wer seine Chancen auf eine Beobachtung jetzt schon dahinschwinden sieht, dem sei der Winter ans Herz gelegt! Denn zwischen November und März verlassen die Schellenten ihre eisigen Brutgebiete und weichen in den Süden aus. Dann könnt ihr sie unter anderem am Oberrhein, am Timmendorfer Strand, dem Unteren Inn, der Donau und im Elbtal beobachten.

Für die Brut suchen Schellenten am liebsten stehende Gewässer wie Seen oder Teiche auf. Auch außerhalb der Brutzeit sind sie meist am Wasser anzutreffen. Dann kommen sie allerdings auch an Flüssen, Meeresbuchten sowie ruhigen Küstenabschnitten vor.

Verhalten und Wissenswertes

Der deutsche Name dieser Art leitet sich von ihrem besonderen Fluggeräusch ab. Es klingt nämlich wie ein hohes Pfeifen oder Klingeln (auch „Schellen“).

Vor allem im Frühling und während der Balz sind Schellenten sehr ruffreudig. Weibchen auf der Suche nach einer Nisthöhle lassen ein langes „gärk-gärk“ erklingen, während balzende Männchen eher wie „rätsch-rärr“ rufen.

Die Schellente ist eine geschickte Taucherin und beschafft sich ihre Nahrung meist unter Wasser. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen zum Beispiel Weichtiere, Insektenlarven, Krebstiere und kleine Fische.

In der Brutzeit zwischen April und Juli dreht sich zunächst alles um die perfekte Baumhöhle. Die Enten brüten oft in alten Schwarzspechthöhlen, aber auch künstliche Nisthilfen nehmen sie gerne an. Dabei können sich die Höhlen nah am Boden befinden oder aber bis zu zehn Meter hoch liegen! Eine Schellente legt ungefähr zehn Eier und bebrütet sie für 30 Tage, bis die schwarz-weißen Küken schlüpfen. Sobald das letzte Junge geschlüpft ist, muss es mit seinen Geschwistern den Sprung aus der Baumhöhle wagen. Eines nach dem anderen erscheint am Eingang, breitet Flügelchen und Schwimmhäute aus und lässt sich fallen. Das mag zwar gefährlich aussehen, aber die meisten Küken überstehen ihren Sprung unbeschadet. Unten wartet die Mutter und führt ihren Nachwuchs zum Wasser.

Foto: Sally Wilson (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

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