Tordalk – Furchtloser Alkenvogel

Tordalk – Furchtloser Alkenvogel

Der kräftige Tordalk brütet an den unwirtlichen Klippen des Nordatlantiks und fürchtet weder kaltes Wasser noch schwindelerregende Höhe.

Aussehen

Der Tordalk gehört zur Familie der Alkenvögel und ist damit zum Beispiel mit dem Papageitaucher und der Trottellumme verwandt. Vor allem letzterer sieht er sehr ähnlich. Tordalke sind kräftig gebaut und erreichen eine Länge von rund 40 Zentimetern. Die Flügelspannweite liegt bei beachtlichen 60 bis 70 Zentimetern.

Die kompakten Alkenvögel haben im Prachtkleid einen tiefschwarzen Kopf und Rücken. Der ungewöhnlich lange Schwanz ist ebenfalls schwarz. Brust und Bauch heben sich leuchtend weiß ab. Der schwarze Schnabel ist eine kräftige Verlängerung des Kopfes und trägt einen weißen Strich kurz vor den Nasenlöchern. Vom Auge bis zum Oberschnabel verläuft ebenfalls eine weiße Linie.

Das Schlichtkleid ähnelt sehr dem Prachtkleid, allerdings sind hier Kehle, Nackenseiten und die hinteren Wangen weiß. Die eben beschriebenen weißen Linien sind schwächer oder verschwinden ganz.

Vorkommen

Wie alle Alkenvögel kommen Tordalke nur auf der Nordhalbkugel der Erde vor. Sie sind Meerestauchvögel und brauchen daher die Weite des Ozeans. Die meisten von ihnen leben auf Island, im kalten Wasser des Nordatlantiks. Weitere Schwerpunkte sind die Britischen Inseln, Kanada und Norwegen. In Deutschland beherbergt der so genannte Lummenfelsen auf der Felseninsel Helgoland die einzigen Brutpaare. Vogel und Natur berichtete auch schon über Skomer und Skokholm, Spitzbergen und die Vogelinsel Runde, wo ebenfalls Tordalke brüten.

Der Tordalk ist ein Klippenbrüter und daher an steile Meeresklippen gebunden. Dort brütet er in größeren Kolonien mit anderen Seevögeln. Anders als die Lummen wählt er allerdings oft Felsnischen, Höhlen und versteckte Spalten als Brutplatz aus.

Verhalten und Wissenswertes

Wenn ein guter Brutplatz gefunden ist (die meisten Tordalke kehren jedes Jahr in ihre Brutkolonie zurück), legt das Weibchen zwischen Mai und Juni ein einzelnes Ei. Es wird abwechselnd von Männchen und Weibchen bebrütet. Dazu legt sich der Altvogel das Ei vorsichtig auf die Füße und wärmt es mit seinem Bauchgefieder. (Das erinnert euch an Pinguine? Richtig, sie bebrüten ihre Eier genau so und sehen den Tordalken sogar ähnlich – die beiden Arten sind allerdings nicht verwandt.)

Wenn die Jungen geschlüpft sind, bleiben sie am Brutplatz sitzen. Vögel mit diesem Verhalten nennt man Platzhocker. Die Altvögel tragen fleißig Fische heran, meistens gleich mehrere pro Fütterung. Nach 17 bis 18 Tagen müssen die Jungen bereits eine enorme Herausforderung meistern. Denn ihr Geburtsort liegt oft in großer Höhe über dem Meer. Zur Nahrungssuche müssen sie aber unbedingt ins Wasser. Diese Distanz wird mit dem so genannten Alkensprung überwunden. Dabei stürzen sich die Kleinen an einem Sommerabend im Juli oder August in die Tiefe, obwohl sie noch nicht fliegen können. Der Vater begleitet den Sprung und führt die Jungen anschließend ins Wasser, um sie dort weiter mit Nahrung zu versorgen.

Tordalke fressen vor allem kleine Fische wie Heringe, Sandaale und Sprotten. Krebstiere und Meereswürmer landen aber auch in ihrem Schnabel. Um an die Nahrung zu gelangen, tauchen sie bis zu 120 Meter tief.

Der Mensch bedroht Alkenvögel wie den Tordalk immer extremer. Vor allem Ölverschmutzungen des Meeres machen den Vögeln zu schaffen. Sie ertrinken außerdem immer wieder in Fischernetzen. Laut der Roten Liste gefährdeter Arten gilt der Tordalk mittlerweile als potenziell gefährdet.

Foto: neekoh.fi (Lizenz: CC BY 2.0)

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