Weißrückenspecht – Scheuer Waldbewohner

Weißrückenspecht – Scheuer Waldbewohner

 

Der Weißrückenspecht verbirgt sich dort, wo die Wälder der Erde am ältesten und tiefsten sind. Totes Holz ist seine Lebensgrundlage.

Aussehen

Der Weißrückenspecht ist etwas größer als der Buntspecht, daher erreicht er eine Länge von 25 bis 28 Zentimetern. Auf den ersten Blick kann er von ungeübten Beobachtern auch mit dem Buntspecht verwechselt werden, ebenso mit dem Blutspecht.

Beim Weißrückenspecht ist der obere Rücken komplett schwarz (keine typischen Schulterflecken!), der untere dagegen leuchtet weiß und geht zum Schwanz hin in ein verwaschenes Grau über. Meist sind aber eher die schwarz-weiß gebänderten Flügel zu sehen, wenn der Specht nicht gerade fliegt.

Ein sehr specht-typisches Merkmal ist der rosa bis rot getönte Steiß. Brust und Bauch sind rahmfarben und tragen schwarze, gestrichelte Längsstreifen. Männchen haben einen auffällig roten Scheitel und Hinterkopf, bei Weibchen ist diese Stelle (auch Kopfplatte genannt) glänzend schwarz.

Vorkommen

Am heimischen Vogelhaus werdet ihr den Weißrückenspecht wahrscheinlich nicht entdecken. Sein Verbreitungsgebiet ist ein langer Streifen, der sich von Skandinavien über Osteuropa bis nach Japan und Kamtschatka erstreckt. In den Mittelgebirgen der Slowakei und Tschechiens sowie in den Karpaten, den östlichen Alpen und den Pyrenäen kommt er häufig vor. Ein kleinerer Bestand brütet im österreichischen Naturpark Karwendel.

Unser Vogel der Woche liebt alte Laub- und Mischwälder mit viel totem Holz und hält sich dort gern auch in der Nähe eines Gewässers auf.

Verhalten und Wissenswertes

Die schnurgeraden Baumbestände in Wirtschaftswäldern sind nichts für den Weißrückenspecht. Er braucht das tote und beschädigte Holz, weil unter dessen Rinde seine Nahrung lebt. Dazu gehören vor allem Raupen, Käfer und deren Larven. Um sie zu erreichen, hackt er mit seinem kräftigen Schnabel auf das weiche Holz ein.

Morsche Bäume sind auch sehr wichtig, damit der Specht seine Schlaf- und Bruthöhlen hineinzimmern kann. Mit dem robusten Schnabel könnte er zwar auch Hartholz bearbeiten, macht es sich aber nicht unnötig schwer. Die Brutzeit beginnt Mitte April und dauert bis Anfang Juni. Die Balz dagegen beginnt schon im Winter, da es bei Spechten sehr lange dauern kann, bis sich ein Paar gefunden hat. Von kräftigem Schnabeltrommeln bis hin zu Verfolgungsjagden ist alles dabei. Zieht aber ein Weibchen in die Höhle eines Männchens ein, war die Paarbildung erfolgreich.

Das Weibchen legt 3 bis 5 Eier in die geräumige Bruthöhle. Beide Eltern bebrüten sie, bis nach 13 bis 16 Tagen die kleinen Spechte schlüpfen. Nach einem knappen Monat sind sie flügge und verlassen flink das Brutgebiet, um sich ein eigenes zu suchen.

Weißrückenspechte sind keine besonders guten Flieger. Auf ebenem Untergrund hüpfen sie mit beiden Beinen vorwärts, am Stamm eines Baumes dient der Schwanz als Stütze.

Weil tote und geschädigte Bäume so wichtig für den Specht sind, bedroht ihn die Ordnungsliebe des Menschen. Immer mehr Wälder werden so gründlich „aufgeräumt“, dass die Vögel keine Nahrung mehr finden und abwandern müssen.

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