Der Geschmackssinn bei Vögeln

Der Geschmackssinn bei Vögeln

Wie wir Menschen besitzen auch Vögel fünf Sinne. Außerdem verfügen sie über die Fähigkeit, magnetische Wellen wahrzunehmen. Der Geschmackssinn ist einer davon, er ist von Vogel zu Vogel unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Vergleich zu uns Menschen schmecken unsere geflügelten Freunde jedoch recht wenig. Woran liegt das?

Wie funktioniert der Geschmackssinn?

Damit wir etwas schmecken können, müssen Moleküle aus der Nahrung unsere Geschmacksnerven, auch Geschmacksknospen genannt, anregen. Diese befinden sich auf der Zunge, im Gaumen und in der Kehle. Die Impulse, die dabei entstehen, werden an unser Gehirn weitergeleitet und lassen uns eine der fünf Geschmacksrichtungen wahrnehmen: Salzig, sauer, bitter, süß und umami. Menschen verfügen über 2000 bis 4000 Geschmacksknospen, und kommen damit weitaus besser weg als die Vögel.

So schmecken Vögel

Im Gegensatz zu ihren Augen und Ohren ist der Geschmackssinn bei Vögeln eher weniger gut entwickelt. Sie besitzen nur wenige Geschmacksknospen: Ente und Star haben etwa 200, ein Dompfaff besitzt nur 46 von ihnen. Das hat auch einen Grund. Viele Vögel ernähren sich unter anderem von Pflanzen, die voller Bitterstoffe sind, und die sonst nicht genießbar wären. Trotzdem können Vögel alle vier Geschmacksrichtungen voneinander unterscheiden. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Vögel giftige und schlecht schmeckende Insekten und Pflanzen wieder ausspucken, nachdem sie sie in den Schnabel genommen haben – Grund dafür sind die Geschmacksknospen an der Schnabelspitze. Anders als bei uns Menschen ist die Zunge der Vögel nicht sehr sensibel und nur zum Teil verantwortlich für die Geschmackswahrnehmung. Die Nerven sind dafür an verschiedenen Stellen im Mundraum verteilt.

Ein weiterer Grund für die Geschmacklosigkeit ist die Art der Nahrungsaufnahme. Anders als wir kauen Vögel ihre Nahrung nicht. Dafür wäre ihr Schnabel nicht ausgelegt, es fehlen ihnen die kräftigen Zähne. Sie  schlucken die Nahrung einfach in einem Stück herunter. Damit sie nicht Gefahr laufen, dauerhaft giftige Nahrung zu essen, sind die anderen Sinne wie das Sehen besonders gut ausgeprägt. So können sie beispielsweise kräftige Warnfarben gut erkennen.

Von Fisch, Nektar und Würmern – Eine Frage des Geschmacks

Fisch ist ihr Hauptnahrungsmittel, und doch schmecken sie ihn nicht: Dafür fehlt Pinguinen der Geschmackssinn umami. Sie können nur salzig und sauer voneinander unterscheiden. Da Geschmacksnerven temperaturabhängig sind und in extremer Kälte nicht gut arbeiten, vermuten Forscher, dass sich die Knospen mit der Zeit zurückgebildet haben. Im Gegensatz dazu schaffen es Kolibris, verschiedene Zuckerkonzentrationen in Nektar zu erkennen. Vögel, die Früchte essen, können außerdem am Zuckergehalt erkennen, wie reif die Beere schon ist. Noch ausgefeilter ist der Geschmack bei Wattvögeln, die die Präsenz von Würmern in feuchtem Sand schmecken können.

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