Dünnschnabelmöwe – Seltener Koloniebrüter

Dünnschnabelmöwe – Seltener Koloniebrüter

An ihrem filigranen Schnabel, dem langen Hals und dem hellen Kopfgefieder kann man die Dünnschnabelmöwe gut erkennen. Sie brütet unter anderem im Mittelmeerraum.

Aussehen

Die Dünnschnabelmöwe ist mit rund 45 Zentimetern Körpergröße eine recht kleine Möwenart. An Kopf, Hals, Brust und Bauch ist ihr Gefieder weiß. Im Sommer schimmert vor allem der Unterkörper leicht rosa. Die Flügel sind, genau wie der Rücken, hellgrau. An den Enden der Handschwingen bilden schwarze Federn einen deutlichen Kontrast. Der relativ lange Schwanz ist schwarz-weiß gebändert. Die langen Beine und der auffällig schlanke Schnabel können aus der Ferne schwarz wirken, sind aber tatsächlich dunkelrot.

Die Dünnschnabelmöwe ähnelt der Lachmöwe, hat aber einen deutlich längeren Hals. Beim Schwimmen streckt die Dünnschnabelmöwe ihren Kopf schräg nach vorne und senkt leicht den Schnabel. Im Vergleich mit anderen Möwen hat sie eine flache, sanft geschwungene Stirn.

Vorkommen

Das Brutgebiet erstreckt sich vom Mittelmeerraum über das Schwarze und Kaspische Meer bis in den Nahen Osten. Die Art kommt in vielen, weit verteilten Populationen vor, die nie besonders groß werden. In Frankreich beschränkt sie sich auf die Camargue, in Spanien auf das Ebro-Delta. Im Winter ziehen die meisten Vögel in den Norden Afrikas und nach Indien, manche auch nach Westeuropa. Dann kann man sie mit viel Glück als durchziehenden Trupp beobachten.

Zum Lebensraum der Dünnschnabelmöwe zählen vor allem Gewässer und Feuchtgebiete in Küstennähe. Daher fühlt sie sich zum Beispiel an Flussmündungen und Lagunen wohl. In Russland bevölkert sie auch Steppenseen im Binnenland.

Verhalten und Wissenswertes

Unser Vogel der Woche brütet einmal im Jahr. Wie die meisten anderen Möwen sind Dünnschnabelmöwen sehr gesellig und bilden gern Kolonien. Ihre schlichten Nestmulden liegen manchmal nur 20 Zentimeter voneinander entfernt. Meist finden sich die Kolonien auf kleinen Inseln oder Landzungen, die weit ins Meer hinausragen. Wichtig ist, dass der Platz von viel Wasser umgeben ist, um Feinde wie Marder und Füchse abzuwehren. Nach 20 bis 30 Tagen Brut schlüpfen die Jungen. Ihre Eltern versorgen sie mit kleinen Fischen, Krebstieren und Insekten.

Foto: Ferran Pestana ( CC BY-SA 2.0 )

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