Mäusebussard – der Klassiker unter den Greifvögeln

Mäusebussard – der Klassiker unter den Greifvögeln

Er ist unser häufigster Greifvogel und kreist auf der Suche nach Beute über den Wiesen und Äckern. Trotzdem ist er relativ schwer zu erkennen, denn kein Individuum gleicht dem anderen! Wir stellen vor: der Mäusebussard.

Aussehen

Beine und Schnabelansatz sind gelb, der Schwanz kurz und gerundet, die Brust trägt meist ein helles Band. Doch das ist auch schon fast alles, was allgemein über das Aussehen des Mäusebussards gesagt werden kann, denn in Sachen Gefiederfarbe kann von überwiegend weiß bis dunkelbraun alles auftreten.

Die häufigste Farbe ist Braun, vor allem an Rücken und Flügeloberseite. Dazu kommt oft eine weiß-braun gefleckte Brust- und Bauchpartie. Aber es gibt eben auch Exemplare mit deutlich weißerem Rücken und ganz anderen Mustern, das kann schnell zu Verwirrung führen.

Mäusebussarde sind mittelgroße Greifvögel, wobei das Weibchen etwas größer und schwerer werden kann als das Männchen. Die Flügelspannweite kann zwischen 117 und 137 cm liegen.

Vorkommen

Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel Europas und kommt daher auch nahezu überall auf dem Kontinent vor, Ausnahmen sind Nordskandinavien und Teile der Britischen Inseln. Insgesamt lebt in Europa etwa eine Million Bussardpaare, davon circa 100.000 in Deutschland.

Sicher habt ihr auch schon mal einen stolzen, braunen Greifvogel auf einem Zaunpfahl oder Strommast sitzen sehen, wahrscheinlich während einer Autofahrt. Denn Mäusebussarde ernähren sich auch gern mal von Aas und hoffen daher an stark befahrenen Straßen auf tierische Verkehrsopfer.

Ansonsten könnt ihr Mäusebussarde häufig über weiten, offenen Flächen wie Wiesen und Feldern kreisen sehen. Ihre Jungen ziehen sie allerdings im (möglichst nah gelegenen) Wald groß, in der Krone eines großen Laubbaumes am Waldrand. Manchmal werden auch Bruten auf Einzelbäumen oder in Alleen beobachtet.

Die Mäusebussarde in Deutschland sind meist Standvögel und bleiben damit auch im Winter hier, nördlichere Populationen ziehen aber oft weiter südlich, wenn es kälter wird.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Der erste Teil seines Namens ist recht selbsterklärend. Der Mäusebussard ernährt sich vor allem von Mäusen und anderen kleinen Tieren wie Fröschen, kleineren Vögeln und Kaninchen. Auch Reptilien und Insekten werden von ihm verspeist.

Doch um zu erfahren, warum der Bussard eigentlich Bussard heißt, müssen wir bis ins Mittelalter zurückgehen. Damals bedeutete das Wort „Buse“ noch Katze und „Aar“ stand für Adler. „Katzenadler“ wurde der Mäusebussard also genannt, weil er beim Liebesspiel und zum Abgrenzen seines Reviers hoch in der Luft Laute ausstößt, die wie ein schrilles Miauen klingen.

Meist bleiben einmal gebildete Bussardpaare für immer zusammen, müssen sich aber nach dem langen Winter erst einmal wieder kennen lernen. Dazu veranstalten sie ausgelassene Flugspiele und lassen dabei den Katzenruf hören. Ist der Horst des letzten Jahres noch vorhanden, wird er meist nur etwas ausgebessert und ab Mitte März beginnt das Weibchen, Eier zu legen. Nach einem Monat Brutzeit schlüpfen die Jungen, werden aber auch noch lange nach ihrem ersten (meist nicht sehr erfolgreichen) Flugversuch von den Eltern betreut und gefüttert.

Etwa die Hälfte aller ausgeflogenen Jungvögel überlebt ihren ersten Winter, das ist aber im Vergleich mit anderen Vogelarten noch immer eine durchaus positive Bilanz.

Der Mäusebussard war in Deutschland zeitweilig von der Jagd bedroht, genießt aber mittlerweile in vielen Bundesländern Schonzeit oder ist ganz von der Jagd ausgenommen.

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