Tigerwaldsänger – Raupenvertilger mit Spezialzunge

Tigerwaldsänger – Raupenvertilger mit Spezialzunge

Ob Raupe, Beere oder Blütennektar – der Tigerwaldsänger hat eine Strategie für so ziemlich jede Nahrung und schützt die amerikanischen Wälder vor Schädlingen.

Aussehen

Der Tigerwaldsänger ist ein kleiner Singvogel – er erreicht eine Körpergröße von etwa 12 Zentimetern. Ausgewachsene Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich voneinander. Beim Männchen sind Rücken und Brust olivgrün gefärbt und dunkel gestrichelt. Die Farbe geht am Bauch in ein helles Grau über, der Bürzel ist gelblich. Auf den größtenteils graubraunen Flügeln zeigt sich jeweils ein weißer Fleck. Am auffälligsten ist die kräftig gelbe Farbe an Hals, Kehle und Schnabelansatz. Der Scheitel ist dunkel getupft, Ohrdecken und Wangen haselnussbraun. Das Auge wird von einem schwarzen Streif betont und hat unterhalb einen kleinen weißen Ring.

Beim Weibchen sind die gelben Bereiche des Gefieders viel blasser. Es hat außerdem keine weißen Flecke auf den Flügeln und ihm fehlt der haselnussbraune Wangenfleck.

Vorkommen

Unsere Vögel der Woche brüten in Kanada sowie im Norden der USA. Den Winter verbringen sie in der Karibik. Am liebsten halten sie sich in gemischten Nadelholzwäldern auf, vor allem Fichten sind beliebt.

Verhalten und Wissenswertes

Gerade in den Wäldern Nordamerikas spielen die kleinen Vögel eine wichtige Rolle, da sie die Raupen schädlicher Insekten fressen. Darüberhinaus stehen auch Ameisen, Fliegen, Spinnentiere, Heuschrecken und kleine Bienen auf dem Speiseplan. Zudem hat der Tigerwaldsänger eine lange, röhrenartige Zunge und kann damit auch Nektar aus Blüten saugen – ähnlich wie ein Kolibri. Eine andere Strategie ist, mit dem Schnabel kleine Löcher in Beeren zu bohren und dann ihren Saft zu trinken.

In der Paarungszeit verhalten sich die Männchen sehr territorial und halten alle Eindringlinge aus ihrem Brutrevier fern. Das Nest ist ein weiches, schalenförmiges Gebilde aus Gräsern, Zweigen und Moosen. Es befindet sich auf einem Ast, manchmal 18 Meter über dem Boden. Die Brut übernimmt das Weibchen allein. Nach dem Schlüpfen bekommen die Jungen schnabelweise Raupen von den Eltern. Wie viele Eier ein Weibchen legt, hängt meist vom aktuellen Nahrungsangebot ab.

Foto: Bill Majoros (CC BY-SA 2.0)

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel