Vögel füttern im Winter

Julia Scholz 25. Oktober 2013 Keine Kommentare zu Vögel füttern im Winter
Vögel füttern im Winter

Im Herbst gehen viele Vögel auf Reisen, um von der Nahrungsvielfalt wärmerer Gebiete zu profitieren. Doch neben den Zugvögeln gibt es auch sogenannte Standvögel, die im Winter Deutschland nicht den Rücken zukehren. Die Fütterung von Vögeln im Winter hat insbesondere für Vogelbeobachter einen großen Reiz, denn schließlich lassen sich die gefiederten Tiere im heimischen Vogelhäuschen ideal aus der Nähe beobachten.

Vorteile der Vogelfütterung im Winter

Viele unterliegen dem Irrglauben, dass es besonders bedrohten Vogelarten helfen würde, im Winter Vogelfutter anzubieten. Tatsächlich hilft man hiermit aber besonders den Arten, die ohnehin von der Natur für die Überwinterung ausgestattet wurden. Ein besonders wichtiger und dennoch oft unterschätzter Aspekt bei der Fütterung heimischer Vögel im Winter ist die Umweltpädagogik. Kinder können die Natur auf diese Weise hautnah erleben und die Vögel bleiben unbeschadet, denn eine einwandfreie Hygiene ist im Winter leichter zu gewährleisten, als im Sommer. Zudem spielt die Verantwortung eine wichtige Rolle: Junge Menschen lernen durch die regelmäßige Pflege und Betreuung der Futterstelle, Verantwortung zu übernehmen und profitieren direkt durch die imposanten Bilder, die sich vor ihrem Fenster abspielen.

Welches Futter eignet sich?

Die Auswahl in Tiergeschäften und Baumärkten ist groß, doch nicht jede Art von Futter ist geeignet für die Vogelfütterung im Winter. Der Klassiker ist ein Mix aus Körnern, für die insbesondere Sonnenblumenkerne als Basis dienen sollten. Wenn ihr die Dauer eures Vogelbeobachtungserlebnisses verlängern wollt und euch nicht an etwas mehr Aufräumarbeiten stört, dann verwendet ungeschälte Körner. In den im Fachhandel angebotenen Futtermischungen sind Körner verschiedener Größen enthalten, wodurch ihr zusätzlich eine größere Vielfalt von Vogelarten zu eurer Futterstelle locken könnt, denn jede Art bevorzugt eine andere Körnerart, was nicht zuletzt an der Schnabelgröße liegt. Allgemein bekannte Körnerfresser sind Finken und Meisen. Mit dem sogenannten Weichfutter (Rosinen, Brot, Obst etc.) als Gegenpol zu den harten Körnern lockt man hingegen insbesondere das Rotkehlchen oder den Zaunkönig an.

Weitere Tipps

Wer sich dazu entschließt, Vögeln bei der Nahrungssuche im Winter unter die Arme zu greifen, sollte ein paar Punkte beachten, um erstens Erfolg bei der Vogelbeobachtung zu verbuchen und zweitens den Vögeln ein guter Gastgeber zu sein. Zunächst ist der Ort der Fütterung zu wählen. Bedenkt immer, dass Vögel auch im Winter viele natürliche Feinde haben, die die Futterstelle nicht erreichen sollen. Außerdem sind Fenster für unsere gefiederten Freunde nicht selbstverständlich ein natürliches Hindernis. Sollte also ein Fenster vor der Futterstelle liegen (z.B. bei Wintergärten der Fall), dann beklebt diese mit auffälligen Muster oder ähnlichem. Ideal zur Fütterung sind Futtersilos, die den Zugang für die Vögel nur von einer Seite ermöglichen und damit verhindern, dass diese Kot an das Futter herantragen. Sauberkeit ist generell das wichtigste Stichwort, denn über die Exkremente der Vögel können Krankheitserreger übertragen werden und nichts ist schlimmer, als wenn die gut gemeinte Hilfe für Vögel am Ende lebensbedrohliche Situationen hervorruft. Kontrolliert also bestenfalls täglich die Futterstelle und reinigt sie entsprechend, um Schlimmeres zu verhindern. Dies gilt besonders für Vogelhäuschen!

Wenn ihr auf all die Dinge achtet, dann habt ihr unter Garantie ein sorgenfreies Vogelbeobachtungs-Erlebnis im Winter. Wir wünschen euch viel Spaß!

Foto: © knipseline / pixelio.de

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