Immer mehr Wiedehopfe in Deutschland

Immer mehr Wiedehopfe in Deutschland

Eine auffällige, kontrastreiche Färbung gepaart mit einem eleganten, wellenartigen Flug: Der Wiedehopf lässt sich sehr gut von anderen Vogelarten unterscheiden. Seit zwei Jahren nehmen die Sichtungen von Wiedehopfen in Deutschland stark zu. Wir stellen Ihnen den einzigartigen Zugvogel vor.

Auffälliges Erscheinungsbild

Kopf, Hals, Nacken und Brust sind beim Wiedehopf sandfarben orangebräunlich gefärbt. Als Kontrast zu dieser Grundfärbung zeigen Mantel und Armflügel eine schwarz-weiße Bänderung. Besonders im Flug entsteht dadurch ein abwechslungsreiches Bild. Sein Schnabel ist lang und gebogen und bildet mit seiner sandfarbenen Federhaube eine verlängernde Linie. Dadurch erscheint der eigentlich nur starengroße Vogel optisch vergrößert. Unmittelbar nach der Landung, bei Erregung oder ohne jeden erkennbaren Anlass stellt der Wiedehopf seine Kopfhaube auf. Am Boden hingegen tarnt ihn seine vorrangig sandfarbene Färbung und der Wiedehopf verschwimmt fast mit seiner Umgebung.

Bevor man den Wiedehopf sieht, vernimmt man seinen dumpfen, ausdauernden Ruf. Dieses „upupup“ bescherte dem Vogel die wissenschaftliche Bezeichnung Upupa epops. Selbst die Jungtiere zeichnen sich durch einen besonderen Klang aus: Nähert sich ein Angreifer der Bruthöhle, schlägt ihm ein zischendes Fauchen entgegen. Zuweilen dringt aus der Bruthöhle auch ein äußerst strenger Geruch, der sogar Marder in die Flucht treibt.

Nicht nur das Erscheinungsbild wirkt sehr charakteristisch, auch der Flug zeichnet den Wiedehopf aus. Schmetterlingsartig, unstet, wellenförmig schwingt er sich durch die Luft. Denn er schließt seine Flügel nach jedem Durchschwingen fast vollständig.

Stochernd auf Insektenjagd

Den langen, spitzen Schnabel verwendet der Wiedehopf pinzettengleich. Um Grillen und andere größere Insekten wie Maikäfer, Engerlinge, Schmetterlinge und deren Raupen oder Spinnen zu erbeuten, taucht er seinen Schnabel tief in den Boden ein. Doch der Wiedehopf jagt nicht nur durch Stochern nach Beute. Manchmal dreht der sogar Steine um oder sucht in Spalten und Löchern nach Insekten. Auch Viehkot dient dem Wiedehopf als Nahrungsquelle. Hat er sein Futter erbeutet, zeigt der Insektenspezialist ein weiteres Merkmal: Er hebt seinen Kopf ruckartig nach oben, wirft dadurch seine erbeutete Nahrung hoch und schluckt sie erst dann herunter.

Der Zugvogel nistet in offenen Landschaften warmer Regionen. Außerdem baut er Bruthöhlen in Bäumen, im Erdboden oder in Mauern und Felsen. Daher bevorzugt er Streuobstwiesen, Waldränder oder Randbereiche von Siedlungen und Gärten.

Wiedehopfe auf dem Vormarsch

Wiedehopfe überwintern im Mittelmeerraum sowie in den Savannen der Subsahara. Im März und April beginnt der Heimzug in deutsche Gefilde. Daher können wir die Vögel hier im Frühjahr beobachten. In den letzten Jahren nahm die Zahl der Beobachtungen von Wiedehopfen jedoch stark zu. Von diesem Phänomen berichten auch die Meldeplattformen naturgucker und ornitho. 2019 übertrafen die Sichtungen alle vorherigen Jahre.

Hierbei sind zwei Schwerpunktgebiete feststellbar: Nämlich Ostdeutschland (hier vorrangig Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg), die Rheinebene von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Hinweis: Sie haben einen Wiedehopf in Deutschland gesehen? Dann unterstützen Sie die Dokumentation und melden Sie Ihre Sichtung auf den Internetplattformen naturgucker und ornitho.

Als Ursache für die gesteigerten Brutsichtungen in Deutschland vermuten Ornithologen die Klimaerwärmung. Vielleicht nistet der Wiedehopf ja demnächst in Ihrem Garten!

Foto: Aad van Rijn (CC BY-NC-ND 2.0)

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7 Kommentare

  1. Christian Wunderlich 13. August 2020 um 19:56 Uhr

    Habe den Wiedehopf in Gelsenkirchen auf einen Maisfeld im August gesichtet .

  2. R.Saft 1. September 2020 um 17:43 Uhr

    Anfang August war der Wiedehopf in unserem Garten. Sehr schön anzusehen.

  3. Claudia Hernandez Garcia 25. Oktober 2020 um 05:24 Uhr

    Ich habe gestern Mittag einen sehr hübschen Wiedehopf auf meinem Balkon, in Bielefeld-Brackwede, gesichtet. Habe ihn auf dem Balkongeländer sitzen sehen, konnte es kaum glauben, als ich ihn erblickte und habe ihn von der Küche aus beobachtet. Ich habe mich riesig gefreut! Der Balkon ist nicht überdacht. Auch beobachte ich im Herbst und Frühjahr immer die Zugvögel am Himmel. Für mich ein Zeichen, das entweder der Frühling Einzug hält oder der Winter bald naht. Besser wie jeder Kalender. Exakt wie ein Uhrwerk. Und berührt mich jedesmal zutiefst, das dabei auch schon einmal eine Träne fließt. Umso schlimmer für mich ist der Gedanke, was der Mensch oftmals, vielleicht auch aus Unwissenheit, Ignoranz und Profitdenken, den Tieren, Natur und Umwelt, dem Planeten Erde, ja seiner eigenen Spezies, antut. Wir haben den nachfolgenden Generationen eine Verpflichtung gegenüber. Ich würde mir wünschen, das dieses in den Schulen mit als Pflichtfach gelehrt werden sollte, wie man mit Allem maß- und respektvoll umgeht. Dann wäre ein wichtiger Schritt schon getan. Und ich denke, daraus könnte ein friedvolleres Miteinander unter den Menschen entstehen, wenn der Mensch diese ganzen komplexen und sensiblen Zusammenhänge erkennen würde.

    • Alexandra Huth 26. Oktober 2020 um 12:42 Uhr

      Liebe Claudia,

      da sind wir ganz bei dir. Die Natur und ihre zahlreichen Schätze sollten von uns allen gemeinsam beschützt werden. Umso schöner, dass du eine so tolle und seltene Beobachtung auf deinem Balkon machen konntest! Beste Grüße aus der Redaktion!

  4. Uwe 25. November 2020 um 20:25 Uhr

    Ich bin gerade über diesen Artikel gestolpert. Ich habe im August auf der Air Base Ramstein einen Wiedehopf gesehen. Ich war absolut verblüfft und habe sofort mein Handy raus geholt um ein Foto zu machen. Leider musste ich erstmalig bereuen, das ich ein Billighandy habe 🙁 Ein absolut schöner Vogel den ich mit meinen 47 Jahren das Erstemal live sehen durfte.

  5. Rene Krug 27. November 2020 um 07:20 Uhr

    Hallo,beobachte seit 20.11.2020,einen Wiedehopf ,auf Arbeit in Kornhochheim ,meistens auf der Sonnenseite einer Lagerhalle auf dem Boden ,vor der Halle ist der Boden mit Hirtentäschel bewachsen.

    • Alexandra Huth 7. Dezember 2020 um 12:11 Uhr

      Hallo Rene,

      vielen Dank für deine Beobachtung und beste Grüße aus der Redaktion!

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