Buntfuß-Sturmschwalbe – wassertretender Winzling

Buntfuß-Sturmschwalbe – wassertretender Winzling

Die Buntfuß-Sturmschwalbe verbringt den Großteil ihres Lebens auf dem offenen Meer. Und auch wenn ihre Füße gar nicht so bunt sind, haben sie doch eine entscheidende Funktion für das Überleben des kleinen Vogels.

Aussehen

In der Familie der Sturmschwalben ist die Buntfuß-Sturmschwalbe ein sehr kleiner Vertreter. Sie wird circa 19 Zentimeter groß und erreicht eine Flügelspannweite von 41 Zentimetern. Die Färbung ist einfach zu merken: Kopf, Brust, Flügel und Rücken sind rußig schwarz. Der Bürzel setzt sich strahlend weiß ab, während der gerade abgeschnittene Schwanz wieder schwarz ist. An langen, dünnen Beinen sitzen flache Füße mit leuchtend gelben Schwimmhäuten. Männchen und Weibchen weisen keine größeren Unterschiede auf.

Vorkommen

Die Buntfuß-Sturmschwalbe ist ein ausgesprochener Meeresvogel. Sie brütet unter anderem in der Antarktis, auf den Shetland-Inseln, den Falklandinseln und den Kerguelen (Inselgruppe im südlichen Indischen Ozean). Seit den 1970er Jahren taucht die Art regelmäßig an den südwestlichen Küsten Irlands und Großbritanniens auf.

Außerhalb der Brutzeit lebt die Art pelagisch, das heißt, sie hält sich ausschließlich auf dem offenen Meer auf. Deshalb kommt es nur selten vor, dass man sie auf dem Festland beobachten kann. Nur bei schweren Stürmen steuern die Vögel Landzungen an, um auf besseres Wetter zu warten.

Verhalten und Wissenswertes

Auf dem Speisezettel der Buntfuß-Sturmschwalbe steht vor allem Krill (garnelenförmige Krebstiere), sie erbeutet aber auch Tintenfische und andere Krebstiere. Dazu taucht sie allerdings nicht unter, sondern hopst mit paddelnden Fußbewegungen über die Wasseroberfläche. Zwischendurch erfolgen immer wieder kurze Phasen des Gleitens und Flügelschlagens. Man vermutet, dass durch das Aufwühlen des Wassers Beutetiere angelockt werden.

Immer wieder werden unsere Vögel der Woche auch dabei beobachtet, wie sie Schiffen folgen, um über Bord geworfenen Abfall zu erbeuten.

Die geselligen Vögel bilden Kolonien und nisten in Felsspalten oder kleinen Erdhöhlen in der Nähe der Küste. Die Männchen treffen meist zuerst im Brutgebiet ein. Wer noch keine Partnerin gefunden hat, sitzt am Eingang einer Höhle und gibt Rufe von sich, um den kostbaren Brutplatz zu verteidigen und ein Weibchen anzulocken. Jedes Paar bebrütet gemeinsam ein einziges Ei. Allerdings verlassen die Eltern das Nest immer wieder für mehrere Tage, um zu jagen. Das Küken schlüpft nach etwa 40 Tagen und wird im Nest mit Nahrung versorgt. Die Zeit, die vergeht, bis der Jungvogel ausfliegt, kann unterschiedlich lang sein (zwischen 40 und 100 Tagen). Wahrscheinlich kommt es darauf an, wie viel Nahrung das Junge bekommt und wie schnell es kräftig wird.

Bisher gilt die Buntfuß-Sturmschwalbe als nicht gefährdet, ihre Bestände liegen im Millionenbereich. Da sie sich aber hauptsächlich von Krill ernährt, könnte sich das bald ändern. Durch den Klimawandel schmilzt das Meereis an den Polen mit alarmierender Geschwindigkeit. Genau dieses Meereis ist aber entscheidend für das Wachstum des Krills. Die kleinen Krebstierchen haften an der Unterseite der Eisschollen und ernähren sich dort von winzigem Plankton. Schwindet das Meereis, schwindet auch der Krill und damit die Nahrungsgrundlage für Buntfuß-Sturmschwalben und unzählige andere Tiere.

Foto: Ed Dunens (Lizenz: CC BY 2.0)

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