Stunde der Wintervögel 2014 – Eine NABU-Aktion

Stunde der Wintervögel 2014 – Eine NABU-Aktion

Vogelbeobachter aufgepasst! Mit euren Beobachtungen könnt ihr nun zu einem wichtigen Zweck beitragen, nämlich dem Vogelschutz. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) veranstaltet zum vierten Mal in Folge die Vogelschutz-Aktion „Stunde der Wintervögel“, eine deutschlandweite Vogelzählung. Noch bis zum 14. Januar könnt ihr mitmachen!

Wieso Wintervögel zählen?

Woher weiß man, wie es um den Vogelschutz in Deutschland steht? Die Antwort überrascht viele Vogelfreunde: Man weiß es eben gar nicht. Bestände einzelner Vogelarten in der freien Natur lassen sich meist nur grob schätzen. Und oft ist es auch nicht besonders förderlich für den Bestand, wenn Vogelbeobachter und Artenschützer für die Zählung immer weiter in den Lebensraum der Vögel vordringen. Das ist der Hintergrund für die NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“. Bei der Aktion geht es nicht darum, Vogelbeobachter in Scharen in die Wälder zu schicken, sondern darum, heimische Vogelarten in unserer unmittelbaren Umgebung – in Parks, Friedhöfen und Gärten – zu zählen. So können wir feststellen, wie sich der Bestand der (ursprünglich) häufigen Vogelarten im Siedlungsgebiet entwickelt, auch in Bezug auf den Klimawandel. Daraus wiederum lassen sich Schlussfolgerungen für den Vogelschutz ziehen.

Wie nehme ich an der „Stunde der Wintervögel“ teil?

In den Teilnahmebedingungen zur „Stunde der Wintervögel“ findet ihr eine Anleitung zur Vogelzählung. Zunächst solltet ihr einen ruhigen Beobachtungsplatz finden, an dem ihr euch problemlos eine volle Stunde aufhalten könnt. Mithilfe des Online-Meldeformulars tragt ihr alle innerhalb dieser Stunde gesichteten Vogelarten ein. Für die Zählung gilt es, pro Art jeweils die größte gleichzeitig beobachtete Anzahl von Vögeln aufzulisten. Sonst kann es sein, dass ihr ein und dasselbe Exemplar einer Art doppelt zählt. Wenn die Stunde um und eure Zählung vollständig ist, tragt ihr eure Daten in das Online-Meldeformular der „Stunde der Wintervögel“ ein und schickt es ab. Alternativ könnt ihr eure Sichtungen auch postalisch oder telefonisch durchgeben. Natürlich können besonders eifrige Vogelbeobachter auch mehrere Zählungen an unterschiedlichen Orten durchführen. Lukrativ ist die Aktion auch: Unter allen Teilnehmern verlost der NABU zahlreiche Preise.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist nicht die einzige Vogelzählung des NABU. Jedes Jahr im Mai veranstaltet der Naturschutzbund die „Stunde der Gartenvögel“, eine Bestandsaufnahme der heimischen Standvögel. Im Gegensatz dazu erfasst die „Stunde der Wintervögel“ auch nicht in Deutschland heimische Zugvögel, deren Bestände und Anflugorte. Wer sich übrigens bei der Bestimmung der Vogelarten unsicher ist, kann auf das Vogellexikon hier bei Vogel & Natur oder das NABU-Artenlexikon zurückgreifen.

Erfolg und vorläufige Ergebnisse

Die Aktion erfreut sich jedes Jahr einer regen Beteiligung von Vogelbeobachtern. Im Jahr 2013 wurden von insgesamt 90.000 Teilnehmern 2,7 Millionen Vögel gezählt. Und dieses Jahr waren es nach einem Zwischenergebnis gestern bereits 36.000 eingegangene Stimmen. Bisher sieht es danach aus, als wäre für die meisten Arten ein stabiler Bestand zu verzeichnen. Leider jedoch nicht für alle: Bereits jetzt zeigt sich, dass der Bestand des Grünfinks wie schon in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Auch Buntspecht und Kleiber wurden 2014 seltener gesichtet. Schon dieses Vorabergebnis beweist den Wert der Aktion. Nur mit den Zahlen der „Stunde der Wintervögel“ können wir die Entwicklung der heimischen Vogelarten im Auge behalten. Und die entsprechenden Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen. Helft alle mit, die Artenvielfalt zu erhalten!

Foto: © Walter Eberl / pixelio.de

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