Beifußhuhn – Pompöser Wüstenbrüter

Beifußhuhn – Pompöser Wüstenbrüter

Das Beifußhuhn ist ein Brutvogel des „Wilden Westens“. In der endlosen Hochlandwüste erklingen schon früh morgens die kullernden Balzgeräusche der Männchen.

Aussehen

Das Beifußhuhn gehört zur Familie der Fasanenartigen. Ausgewachsene Männchen werden etwa einen halben Meter groß und wiegen knapp vier Kilogramm. Auf ihren kräftigen, leicht befiederten Füßen stolzieren sie umher und präsentieren ihre großen, weiß befiederten Kehlsäcke. Im Kontrast dazu sind Kopf und Kehle schwarz, über den Augen befinden sich gelbe Wülste. Das Rückengefieder ist bräunlich-weiß gemustert, Bauch und Flügel sind dunkel. Die schwarz-weißen Schwanzfedern sind lang und spitz. Die Männchen stellen sie kranzförmig über dem Rücken auf.

Die Weibchen sind ein ganzes Stück kleiner und unauffälliger. Ihr Gefieder ist braungrau gesprenkelt und ihnen fehlt sowohl der weiße Kehlsack als auch das pompöse Schwanzgefieder.

Vorkommen

Unsere Vögel der Woche kommen in den Steppenlandschaften und Hochlandgebieten der USA vor, auch Kanada wird teilweise besiedelt. Ihren Namen haben sie von der Pflanze, die in ihrem Lebensraum wachsen muss: dem Wüstenbeifuß. Die robuste Staude erfüllt gleich mehrere Funktionen. Im Frühjahr bieten die stabilen Zweige Schutz für die Nester und Eier, im Winter dienen sie dann als Nahrung.

Während Beifußhühner früher extrem zahlreich waren, ist der Bestand im Westen der USA heute schätzungsweise um 90 Prozent gesunken. Das hat mehrere Gründe: Zum einen werden einheimische Pflanzen wie der Wüstenbeifuß durch Überweidung immer mehr zurückgedrängt. Zum anderen ist der früher endlose Lebensraum mittlerweile von Straßen, Zäunen, Stromleitungen, Wohnsiedlungen und vor allem Erdgasfeldern und Bohrplätzen durchzogen. Gerade die Öl- und Erdgasproduktion ist hier ein mächtiger Gegenspieler des Naturschutzes.

Beifußhühner sind extrem standorttreu und kehren immer wieder zu den Paarungsgebieten ihrer Vorfahren zurück. Befindet sich dort auf einmal ein Gebäude oder ein Bohrschacht, lassen sie sich davon nicht beirren, sondern balzen und brüten einfach weiter. Langfristig zeigen sich jedoch die Auswirkungen dieser lebensfeindlichen Umgebung, denn die Bestände schrumpfen immer weiter.

Verhalten und Wissenswertes

Im Frühling, in den letzten Stunden vor Sonnenaufgang, findet die Balz der Beifußhühner statt. Dieses spektakuläre Schauspiel lebt von den Darbietungen der Männchen, denn die Weibchen haben währenddessen eigentlich nur eine Aufgabe: Zuschauen. Die Hähne stolzieren auf und ab, spreizen die Schwanzfedern und plustern das weiße Brustgefieder auf. Die beiden Luftsäcke, die darin verborgen sind, können sie prall aufpumpen und dann unter kullernden Lauten wieder entleeren. Konkurrenten jagen einander durch die Balzarena oder tragen lautstarke Diskussionen aus. Am Ende dürfen vor allem die ranghöchsten Hähne die Weibchen begatten, aber auch niedriger gestellte Männchen kommen zum Zug. In einer flachen Bodenmulde im Schutz des Wüstenbeifuß brütet das Weibchen im Alleingang die Eier aus, was etwa 40 Tage dauert.

Beitragsbild: Pacific Southwest Region USFWS (Lizenz: CC BY 2.0)

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