Dompfaff – scheuer Hüpfer

Christian Kolbe 16. Oktober 2013 1 Kommentar zu Dompfaff – scheuer Hüpfer
Dompfaff – scheuer Hüpfer

Der Dompfaff, auch Gimpel oder Blutfink genannt, ist eine in Deutschland weit verbreitete Finkenart. Während das Äußere des Männchens mit dem roten Bauch und dem schwarzen Kopf eher markant ist, ist der Dompfaff ansonsten ein ganz unauffälliger kleiner Hüpfer. Fast unsichtbar springt er durch Laub und Beerensträucher. Genauso unauffällig wie der Dompfaff selbst ist auch sein Gesang: Leise, zart und sehr subtil.

Aussehen

Abgesehen vom lachsfarben-roten Bauch des Männchens ist beim Dompfaff vor allem der kräftige schwarze Finken-Schnabel charakteristisch. Rücken und oberer Flügel sind grau, Hand- und Armschwingen dunkel mit einem hellen Band. Die dunklen Federn schimmern bei manchem Dompfaff zart bläulich. Beobachtet man einen Gimpel beim Auffliegen oder Landen, so springen der weiße Bürzel und der weiße Steiß als helle Farbtupfer sofort ins Auge. Dompfaff-Jungtiere sind bräunlich und haben noch keinen schwarzen Kopf. Wie die meisten Finken ist der Dompfaff ein kleiner Vogel: Er wird 15 Zentimeter groß und erreicht eine Flügelspannweite von knapp 30 Zentimetern.

Vorkommen

Der Dompfaff ist in ganz Europa weit verbreitet, daneben findet man ihn auch in Vorder- und Ostasien sowie in Japan und Sibirien. Die deutschen Gimpel sind Standvögel, während die skandinavischen Gimpel im Winter nach Deutschland vorrücken. Der Dompfaff bewohnt sowohl das Tiefland als auch Bergwälder und gilt mit seinem stabil großen Bestand seit den 90er Jahren als gesicherte Art.

Vogelbeobachtungstipps

Am meisten verbreitet ist der Dompfaff in Nadelwäldern, aber auch in lichten Mischwäldern mit Unterholz. In Menschennähe findet man ihn vor allem in Parks und Gärten mit Nadelbäumen, besonders Fichten. Gerade im Winter, außerhalb der Brutzeit, ist er dort leicht beim Fressen oder bei der Nahrungssuche zu beobachten. Die Männchen sind dann durch ihren leuchtend roten Bauch zwischen den kahlen Ästen einfach zu erspähen. Meist bewegt sich der Dompfaff hüpfend, fast tänzelnd, auf der Suche nach Samen und Beeren. Anders als der Gesang des Dompfaffs ist der Kontaktruf besser zu hören. Das leise, leicht melancholische ‚Düüb‘ ist für den geübten Vogelbeobachter unverkennbar. Ein Ohrenschmaus für jeden Gartenbesitzer und jeden Vogelbeobachter.

Foto: © Bernd Kasper – pixelio.de

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