Der Hagedasch – Ibis mit feinfühligem Schnabel

Der Hagedasch – Ibis mit feinfühligem Schnabel

Auf einer Reise durch die afrikanischen Steppen und Savannen kann man mit etwas Glück das schimmernde Gefieder des Hagedasch entdecken. Dafür sollte man am besten an Flussufern suchen: Hier stochert der Ibis mit viel Feingefühl im Schlamm, um kleine Tiere zu erfühlen.

Aussehen

Der Hagedasch wird in drei verschiedene Unterarten unterteilt. Daher variiert die Färbung seines Gefieders zwischen olivbraun und grau. Bei einem bestimmten Lichteinfall schimmert die Flügeldecke metallisch und leicht violett bis grün. Gut erkennen lässt sich der Hagedasch anhand des dünnen, weißen Streifens, der sich unterhalb des Auges befindet.

Die Ibisse werden zwischen 60 und 70 cm groß, und erreichen ein Gewicht von rund 1,3 kg. Anders als andere Vertreter der Familie besitzt der Hagedasch keine auffallenden Schopffedern. Typisch ist jedoch der spitze, nach unten gekrümmte Schnabel, den ihr auch bei seinem europäischen Verwandten, dem Braunen Sichler beobachten könnt. Der Hagedasch trägt auf seinem Schnabel einen schmalen, roten Kamm.

Vorkommen

Auf dem afrikanischen Kontinent südlich der Sahara ist der Hagedasch ein häufig gesichteter Bewohner. Der Ibis lebt vor allem im Osten, kann aber auch vereinzelt in Westafrika vorkommen. Auf der Insel Fuerteventura fühlt er sich beispielsweise sehr wohl. Er bevorzugt Savannen mit Baumbestand sowie die Ränder tropischer Wälder, in denen die Pflanzen nicht zu dicht wachsen. Der Hagedasch wählt einen Lebensraum in der Nähe von kleinen oder mittelgroßen Gewässern, da er hier Fische fangen und im Schlamm nach Insekten suchen kann.

Verhalten und Wissenswertes

Der Hagedasch ist ein geselliger Vogel und lebt meist in einem Schwarm mit anderen Artgenossen zusammen. Sein typischer heller Ruf ist weit über die afrikanischen Ebenen zu hören. Er klingt ein wenige wie ein lautes „Haaa“ oder „Ha-ha-hadeda“ – Daher stammt wohl auch sein englischer Name „Hadeda Ibis“.

Ist er auf Nahrungssuche, sieht man ihn mit seinem langen spitzen Schnabel im Boden stochern. Dabei nutz er nicht seine Augen, sondern erfühlt die Nahrung im schlammigen Boden. Dies geschieht in der Regel in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Er frisst am liebsten tierische Nahrung in Form von Insekten, Spinnen, Würmern, kleinen Reptilien, Amphibien und Fischen.

Die Brutzeiten des Hagedasch fallen je nach Standort und Art unterschiedlich aus: Der Vogel pflanzt sich zwischen Juni und Januar fort. Immer wieder sieht man ihn in größeren Kolonien brüten. Die Nester befinden sich erhöht in Astgabeln oder Büschen. Am Nestbau, der Brut und der Aufzucht der Jungtiere beteiligen sich beide Elternvögel. Nach etwa vier Wochen schlüpfen die zwei bis drei Küken. Das Nest verlassen sie erst nach sechs Wochen.

 

Foto: Greg Schechter (Lizenz: CC BY 2.0)

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