Marmelente – Getupfter Schilfbrüter

Marmelente – Getupfter Schilfbrüter

Die hübsch gepunktete Marmelente war früher weit verbreitet, heute hat sie allerdings mit Lebensraumverlust zu kämpfen. Sie brütet an kleinen Gewässern mit dichten Schilfgürteln.

Aussehen

Die Marmelente wird etwa 40 Zentimeter lang und rund 600 Gramm schwer. Sie wird also nur etwas größer als die Krickente oder die Knäkente. Das Gefieder einer ausgewachsenen Marmelente ist graubraun gefärbt und mit creme-beigen Tupfen gemustert. Im Gesicht fällt eine dunkelbraune Färbung auf, die oft wie eine Maske geformt ist. Diese „Gesichtsmasken“ sind bei Männchen besonders kräftig ausgeprägt. Im Nacken befindet sich ein Federschopf, den die Ente aufstellen kann. Der Schnabel ist dunkelgrau bis schwärzlich, in der Brutzeit glänzt er bei den Männchen und zeigt ein schmales blaues Band.

Marmelenten haben kein besonderes Prachtkleid, sondern tragen ganzjährig dasselbe Gefieder. Außerdem unterscheiden sich auch die Geschlechter nicht besonders. Die Weibchen sind etwas kleiner und haben einen kürzeren Federschopf im Nacken; außerdem ist ihr Schnabel etwas kürzer. Jungvögel sehen den Erwachsenen schon ähnlich, sie haben aber noch ein matteres Gefieder, auf dem auch die hellen Tupfen noch nicht so gut zu sehen sind.

Vorkommen

Wie viele andere Vogelarten hatte auch die Marmelente früher ein größeres Verbreitungsgebiet. Sie kam in weiten Teilen Europas, Nord- und Westafrikas sowie Asiens vor. Dass das heute nicht mehr so ist, liegt vor allem am Lebensraumverlust. Unser Vogel der Woche brütet gern an kleineren Teichen, Tümpeln und Seen. Wichtig ist ein dichter Uferbewuchs aus Binsen und Schilf, in dem sich die Enten verstecken können.

Solche Gewässer werden aber immer häufiger vom Menschen trockengelegt und in Agrarfläche verwandelt. Die Bestände gehen daher fast überall zurück und die Marmelente gilt als global gefährdet. Nur in Marokko und Spanien steigen die Populationen teilweise wieder an, auch aufgrund von Auswilderungsprojekten.

Verhalten und Wissenswertes

Da die getupften Enten vor allem in warmen Regionen leben, ist der Brutbeginn recht spät, meist Ende Mai oder Anfang Juni. Das Nest entsteht dicht am Wasser und ist mit Gräsern und Federn ausgepolstert. Das Brüten übernimmt das Weibchen alleine. Ein typisches Gelege besteht aus mehr als zehn Eiern. Manchmal legen auch mehrere Weibchen ihre Eier in ein gemeinsames Nest. Nach dem Schlüpfen bilden sich dann lange Prozessionen kleiner Entenküken, die ihren Müttern in die Flachwasserzone folgen. Dort lernen sie, Insekten zu fangen und nach Muscheln und Würmern zu tauchen.

 

Foto: cuatrok77 (CC BY-SA 2.0)

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