Krähenscharbe – Koloniebrüter mit Federkrönchen

Krähenscharbe – Koloniebrüter mit Federkrönchen

Die Krähenscharbe ist ein waschechter Meeresvogel. Sie taucht im Familienverband nach Nahrung und und brütet an den felsigen Küsten.

Aussehen

Die Krähenscharbe gehört zur Familie der Kormorane und kann auf den ersten Blick leicht mit ihrem Verwandten verwechselt werden. Sie ist allerdings ein ganzes Stück kleiner als der Kormoran: maximal 75 Zentimeter groß kann sie werden, bei einer Flügelspannweite von etwa einem Meter. Nun sitzen Krähenscharbe und Kormoran aber selten brav nebeneinander, so dass man in Ruhe ihre Größen vergleichen kann. Aber es gibt noch andere Merkmale, die dem aufmerksamen Beobachter helfen, unseren Vogel der Woche zu erkennen.

Die Krähenscharbe hat insgesamt eine schlanke Statur mit einem rundlichen Kopf und einem mittellangen, gleichmäßig geformtem Schnabel. Im Prachtkleid ist das Gefieder komplett schwarz und schimmert grünlich, wenn Sonnenlicht darauf fällt. Die steile Stirn wird in dieser Zeit von einer kronenartigen Federtolle verlängert. Ein gelber, wulstiger Schnabelspalt verleiht dem Gesicht Farbe und reicht bis hinter das Auge. Ihre Füße weisen die Krähenscharbe sofort als Meeresvogel aus: sie sind kräftig und wirken durch ihre Schwimmhäute fast wie Flossen.

Im Schlichtkleid wirkt die Krähenscharbe unscheinbarer. Das Gefieder ist dann weniger dunkel und die Federtolle auf dem Kopf längst nicht so ausgeprägt.

Vorkommen

Das Meer ist das Element der Krähenscharben, im Binnenland sieht man sie nur äußerst selten. Sie brüten an vielen Küstenabschnitten Europas und Nordafrikas, wobei das Klima keine allzu große Rolle zu spielen scheint. Schließlich erreicht das Meer in Marokko, im Süden des Brutgebiets, angenehme 26 Grad Celsius, während es am Nordkapp nie wärmer wird als 4 Grad Celsius. Klippen, Spalten und unzugängliche Felsen sind ihre liebsten Brutplätze. An den großen Vogelfelsen, wo verschiedene Arten gemeinsam brüten, findet man die Kolonien der Krähenscharben meist in den unteren „Stockwerken“.

Krähenscharben sind meist Standvögel oder Teilzieher. Das heißt, viele von ihnen bleiben auch im Winter in ihren Brutgebieten oder ziehen nur eine geringe Strecke in wohnlichere Gebiete.

Verhalten und Wissenswertes

Meist geben Krähenscharben keine Laute von sich, am Nest werden sie allerdings gesprächiger. Vor allem die Männchen geben dann klickende und grunzende Töne von sich, die an ein Schwein erinnern. Diese Geräusche ertönen auch, wenn die Vögel sich erschrecken oder miteinander in Streit geraten.

Zur Nahrungssuche stürzen sich Krähenscharben gruppenweise ins Meer, um Jagd auf Fische zu machen. Die Teamarbeit ist dabei so hilfreich, dass sich der Jagderfolg für alle Vögel erhöht. Meist bleiben sie etwa 30 bis 40 Sekunden unter Wasser. Als Antriebsorgane dienen dabei die Flügel und die Füße mit den Schwimmhäuten. Obwohl sie recht oft ins kühle Nass eintauchen müssen, haben Krähenscharben keine Bürzeldrüse, um ihr Gefieder einzufetten und so wasserdicht zu machen. Sie müssen nach jedem Tauchgang an an Land sitzen und mit den Flügeln wedeln, um das Gefieder zu trocknen.

In der Brutzeit von März bis Mai teilt sich ein Krähenscharben-Paar die Arbeit des Nestbaus: das Männchen schafft Seetang und anderes Material herbei, das Weibchen kümmert sich um die Verarbeitung. Meist legt die Vogelmutter drei Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet werden. Dazu stecken die Eier warm und sicher zwischen Füßen und Bauch. Brütet ein Partner gerade nicht, steht er meist trotzdem neben dem Nest. Nach dem Schlüpfen sind die Jungen nackt und hilflos; ihr Dunenkleid wächst ihnen erst nach einer Woche. Danach dauert es noch weitere neun anstrengende Wochen, bis die Kleinen schließlich selbstständig sind.

 

Foto: Thomas Quine (Lizenz CC BY 2.0)

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