Grauammer – Ländlicher Bodenbrüter

Grauammer – Ländlicher Bodenbrüter

Die Grauammer ist die größte Ammer Europas. Der ehemals häufige Singvogel wird leider zunehmend von der intensivierten Landwirtschaft bedroht.

Aussehen

Wie viele Ammern hat die Grauammer einen plumpen Körper und einen kräftigen Schnabel. Anders als die verwandte Goldammer hat sie jedoch eine eher unscheinbare bräunliche Färbung. Rücken, Bürzel und Kopf sind mittelbraun mit schwarzbrauner Strichelung, während der Bauch hellbeige mit dunklen Strichen ist. Den großen Kopf zieren ein hellbeiger Überaugenstreif, ein gelblicher Schnabel und tiefschwarze Augen. Dieses fast durchgängig braune Gefieder findet ihr sowohl bei Männchen als auch bei Weibchen. Mit 18 Zentimetern Länge ist die Grauammer die größte Ammer in unseren Breiten. Aufgrund ihrer Größe wird die Grauammer manchmal mit der Feldlerche verwechselt, hat aber einen gedrungeneren Körper und kräftigeren Schnabel als diese.

Vorkommen

Die Grauammer trifft man in fast ganz Europa, mit Ausnahme des hohen Nordens. Sie bevorzugt als Lebensraum offene Landschaften mit einzelnen Büschen und Bäumen und dichtem Bodenbewuchs. Auch Dünen und Heiden, Ackerränder und Brachfächen bevölkert sie. Als Bodenbrüter legt die Grauammer ihr Gelege Mitte Mai in dichter Bodenvegetation abseits von Wäldern ab. In Deutschland lebt sie normalerweise als Standvogel. Dennoch verlässt sie ihr Brutrevier zwischen Juli und September, um sich in Schwärmen in Stoppelfeldern oder Feuchtgebieten niederzulassen.

Nach wie vor ist die Grauammer mit 10 bis 20 Millionen Paaren ein häufiger Brutvogel Europas. Leider ist es in den letzten 30 Jahren zu teils gravierenden Bestandsabnahmen gekommen, vor allem wegen der intensiver betriebenen Landwirtschaft. Regional – zum Beispiel in Bayern oder Nordrhein-Westfalen – ist sie bereits heute vom Aussterben bedroht. Der Weltbestand ist bisher jedoch noch nicht gefährdet.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Wie auf unserem Bild zu sehen, trägt die Grauammer gerne ihren Gesang von erhöhten Warten wie Zäunen oder Gebüsch-Spitzen vor. Die dreiteiligen Strophen klingen ähnlich wie zikzikzik teriih oder terril und sind ein wenig monoton. Manchen erinnert der Grauammer-Gesang an einen klirrenden Schlüsselbund. Neben ihren Gesangsauftrtitten sind auch die Schlafgewohnheiten der Grauammer ein schöner Anblick für Vogelbeobachter. Ähnlich wie Stare rotten sich diese Ammern in Schlafplatzgemeinschaften mit 100 bis zu 1000 Individuen zusammen und halten sich so gegenseitig warm.

Foto: Paco Gómez (Lizenz: CC BY-SA 2.0) / flickr.com

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