Lachmöwe – Ohrenbetäubender Koloniebrüter

Lachmöwe – Ohrenbetäubender Koloniebrüter

Die Lachmöwe weiß ganz genau, was sie zum Überleben braucht: Wasser, eine Menge Futter und eine verlässliche Brutkolonie.

Aussehen

Die Lachmöwe wird durchschnittlich etwa 40 Zentimeter groß. Die Grundfarbe des Gefieders ist weiß. Dazu stehen die hellgrauen Oberseiten der Flügel und ihre schwarzen Spitzen im Kontrast. Der Kopf wechselt im Verlauf des Jahres seine Farbe: Im Winter ist er weiß mit dunkelgrauen Ohrenflecken. Zur Brutzeit im Sommer hingegen ist der komplette Kopf dunkelbraun. Diese Färbung bildet sich erst im dritten Lebensjahr der Vögel heraus. Beine und Schnabel sind rötlich, wobei der Schnabel noch eine schwarze Spitze aufweist.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Lachmöwe zieht sich durch den nördlichen Bereich Eurasiens. Sie kommt von Island und Skandinavien bis Kamtschatka vor. An der Küste Neufundlands brüten ebenfalls einige Paare, allerdings unregelmäßig.

Grundsätzlich brauchen Lachmöwen Wasser in ihrer Nähe, um sich wohl zu fühlen. Die nördlichen Küsten sind da natürlich gut als Lebensraum geeignet. Immer mehr Lachmöwen entdecken aber auch die größeren Gewässer des Binnenlandes für sich. Solange es dort Inseln, Schlammbänke oder andere sichere Neststandorte gibt, bilden sich schnell größere Kolonien. Für den Winter suchen unsere Vögel der Woche südlichere Orte auf, wo sie möglichst viel Nahrung finden können. Dazu gehören zum Beispiel flache Wiesen und Ackerflächen, aber auch Müllkippen, Häfen und andere Stadtgewässer.

Im Wattenmeer leben 130.000 Brutpaare, was die Lachmöwe zum häufigsten Brutvogel in dieser Region macht. Da die vorwitzigen Vögel über 20 Jahre alt werden können, bleibt eine Kolonie oft sehr stabil.

Verhalten und Wissenswertes

Ihre unüberhörbare, kreischende Stimme brachte ihr zum einen den Namen Lachmöwe und zum anderen die treffende Bezeichnung „Seekrähe“ ein. Gerade in großen Kolonien ertönen die gellenden Rufe wild durcheinander und können richtig ohrenbetäubend werden.

Was die Ernährung angeht, sind Lachmöwen nicht sehr wählerisch und vertilgen fast alles, was ihnen vor den Schnabel kommt. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen wirbellose Tiere wie Regenwürmer, Insekten, Schnecken und natürlich Fische. Davon abgesehen treiben sich die Möwen im Winter auch auf Märkten, Mülldeponien und Ackerflächen herum, wo sie Pflanzen und verschiedene Abfälle finden.

Wie bereits erwähnt, finden sich Lachmöwen für die Brut in großen Kolonien zusammen, denen sich nicht selten auch Seeschwalben anschließen. Sie nutzen den Schutzeffekt, der innerhalb einer solchen Kolonie besteht, denn die Möwen warnen sich gegenseitig vor Fressfeinden und greifen diese auch gemeinsam an.

Als Nistplatz kommen verschiedene Orte in Betracht. Oft sind es schwimmende Elemente auf Seen und Meeresbuchten, kleine Inseln, auch künstliche, sind besonders beliebt. Manche Kolonien finden sich aber auch auf dem nackten Boden von Klippen zusammen. Ab Ende April legt jedes Weibchen ein bis drei Eier und bebrütet sie gemeinsam mit dem Männchen, was etwa 22 Tage dauert. Die Jungvögel sind Platzhocker und erst nach einem knappen Monat flügge. Beide Eltern bringen unermüdlich Futter heran, welches sie auf einen Bettellaut der Jungen hin heraufwürgen. Sind die Kleinen etwas älter, ziehen sie den Eltern auch schon mal selbst die Beute aus dem Schlund.

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