Löffler – Schneeweißer Großschnabel

Löffler – Schneeweißer Großschnabel

Der Löffler hat seinen Namen von seiner einzigartigen Schnabelform. Er brütet über Europa und Asien verstreut und wird auch im deutschen Wattenmeer langsam wieder heimisch.

Aussehen

Der Löffler gehört zur Familie der Ibisse und wird rund 80 Zentimeter groß. Seine Statur ist schlank, was durch die langen Beine und den langen Schnabel noch verstärkt wird. Das weiße Gefieder trägt einen gelblichen Unterton. Im Prachtkleid befindet sich auf der Brust ein leuchtend gelber Fleck, der auch die Form eines Bandes haben kann. Außerdem trägt der Löffler im Prachtkleid einen Schopf aus langen Federn am Hinterkopf, die er zu einer Fächerkrone spreizen kann. Die Beine und der Schnabel sind dunkel, wobei der Schnabel eine sehr charakteristische Form aufweist. Er ist eher flach geformt und an der Spitze verbreitert, ganz so wie bei einem Löffel.

Vorkommen

Die nördlich gelegenste Kolonie der Löffler befindet sich in den Niederlanden (3.000 Brutpaare im Jahr 2014). Unsere Vögel der Woche brüten außerdem in Dänemark und siedeln sich seit einiger Zeit auch wieder in Deutschland an. Bis 2001 musste ein Löffler hierzulande sogar noch an die Deutsche Seltenheitskommission gemeldet werden. Doch inzwischen brüten im norddeutschen Wattenmeer mehrere hundert Brutpaare. Sie bevorzugen dort unbewohnte Halligen und Inseln. Weitere Populationen leben im Mittelmeerraum sowie von Österreich bis nach Asien. Den Winter verbringen die Löffler in verschiedenen Gebieten von Südeuropa bis zum Senegal.

Löffler sind unter anderem deshalb so eine Besonderheit, weil ihre Brutkolonien in weit abgelegenen, störungsfreien Gebieten liegen. Mittlerweile dringt der Mensch immer weiter in die Natur vor, so dass solche Rückzugsorte selten werden. Abgesehen von der Abgeschiedenheit muss der Lebensraum noch weiteren Ansprüchen gerecht werden. Für die Nahrungssuche muss Wasser in der Nähe sein, so dass vor allem Sümpfe und Verlandungszonen mit Schilfbewuchs in Frage kommen. Auch Dünen und Salzwiesen ziehen den Löffler an. Außerhalb der Brutzeit ist er zudem an Meeresküsten zu beobachten.

Verhalten und Wissenswertes

Löffler sind sehr gesellige Brutvögel und finden sich in Kolonien zusammen. Die ziemlich ausladenden Nester entstehen meist am Boden oder niedrig im Schilf. So manches Exemplar wurde aber auch schon in Bäumen oder auf Felsklippen gesichtet. In der Zeit von April bis Juni legt das Weibchen drei bis fünf Eier, beide Eltern brüten abwechselnd. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen noch weiter im Nest und bekommen Futter von den Altvögeln. Diese bringen die Nahrung in ihrem Kehlsack zum Nachwuchs und würgen sie dort wieder aus. Diesen Mechanismus regen die bettelnden Jungen an, indem sie mit dem Schnabel gegen die Kehle der Eltern stupsen. Die Nestlingszeit beträgt etwa 40 Tage, nach weiteren 20 Tagen können einige Jungvögel bereits fliegen.

Die Nahrung der Löffler setzt sich aus Muscheln, Wasserinsekten, Schnecken, Amphibien, Krebstieren und kleinen Fischen zusammen. Um all das zu erbeuten, steckt der Vogel seinen großen Schnabel ins flache Wasser und filtert die Leckerbissen heraus.

 

Titelfoto: Frank Vassen (Lizenz CC BY 2.0)

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