Mittelsäger – Die Frisur sitzt!

Mittelsäger – Die Frisur sitzt!

Einen Mittelsäger werdet ihr vor allem dort antreffen, wo Wasser ist. Ihr erkennt ihn an seinem wilden, punkigen Kopfgefieder.

Aussehen

Mit einer Körperlänge von 50 bis 60 Zentimetern erreicht der Mittelsäger in etwa die Größe einer Stockente, und er gehört auch zur Familie der Entenvögel, genauer gesagt zu den Meerenten.

Die Männchen sind im Prachtkleid recht einfach zu erkennen. Sie tragen eine auffällige, zottige Federhaube, die im trockenen Zustand an eine Punkfrisur erinnert. Kopf und Nacken sind schwarzgrün, Schnabel und Auge orangerot. Darunter finden wir einen kräftigen, weißen Halsring und eine rostbraune Brust. Der insgesamt schwarze Rücken zeigt an den Seiten weiße Streifen, die Flanken sind grau. Im Schlichtkleid ähneln die Männchen den Weibchen.

Die weiblichen Mittelsäger tragen ein etwas weniger auffälliges Federkleid, sie sind grau mit einem rötlichen Kopf- und Halsbereich und weißen Flügelstreifen. Ihre Schnäbel sind ebenfalls orange bis rötlich.

Verwechslungsgefahr gibt es mit dem Gänsesäger, dieser ist allerdings kräftiger und hat ein helleres Gefieder. Außerdem haben weibliche Gänsesäger einen deutlich abgegrenzten weißen Fleck am Kinn, der den Mittelsägerweibchen fehlt.

Vorkommen

Zum Brüten finden sich Mittelsäger vor allem in Nordeuropa, Nordamerika, Asien und auf den Britischen Inseln ein. Im Winter allerdings weichen sie in die Nord- und Ostsee aus und können dann manchmal sogar im Binnenland beobachtet werden, etwa am Steinhuder Meer. Wahrscheinlicher begegnet ihr ihnen aber an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern.

Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft können das ganze Jahr über Mittelsäger beobachtet werden, denn wenn die heimischen Brutpaare wegziehen, kommen andere Mittelsäger aus kälteren Brutgebieten zum Überwintern.

Mittelsäger sind generell ausgesprochene Wasservögel und halten sich, wenn nicht an Meeresküsten, bevorzugt an Seen und Fließgewässern auf.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Schon im Winter beginnt bei den Mittelsägern die Balz, gute Vorbereitung ist schließlich alles. Mit ruckartigen Kopfbewegungen und anderem Imponiergehabe versuchen die Männchen, die Aufmerksamkeit der Damenwelt auf sich zu ziehen. Ist ein Paar dann wieder im Brutgebiet, wählt das Weibchen im Mai einen Nistplatz aus. Mittelsäger bevorzugen Erdhöhlen, die sie gut getarnt und in direkter Wassernähe errichten. Es kann auch passieren, dass mehrere Weibchen ihre Eier im gleichen Nest ablegen.

Was die Ernährung angeht, mögen Mittelsäger vor allem Krebstiere, Würmer und kleine Fische. Schon die Jungen lernen von ihren Eltern, mit dem Gesicht unter Wasser nach Nahrung Ausschau zu halten und diese dann tauchend zu verfolgen. Diese Technik verfolgen die Säger oft im Gruppenverband. Und wenn über 30 Vögel einem Fisch auf den Flossen sind, hat dieser meist keine Chance zu entkommen.

 

Foto: Siebbi (Lizenz: CC BY 2.0)

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