Lebensraum Ostsee – Versteck für Strandbrüter und Wasservögel

Lebensraum Ostsee – Versteck für Strandbrüter und Wasservögel

Die Ostsee macht es Tieren nicht leicht: wenig Salz, wenig Sauerstoff, und viele Giftstoffe. Trotzdem haben sich hier viele seltene Arten angesiedelt, besonders unter den Wasservögeln und Strandbewohnern. In jedem Biotop finden sich unterschiedliche Arten.

Eigenheiten der Ostsee

Die Ostsee ist ein junges Meer. Nur 12.000 Jahre nach der letzten Eiszeit ist sie entstanden. Das bedeutet, dass Flora und Fauna nur wenig Zeit hatten, sich an die besonderen Bedingungen der Ostsee anzupassen. Die Ostsee ist nämlich nicht nur das jüngste europäische Meer, sondern auch das größte Brackwassermeer der Welt; das heißt, ihr Wasser ist sowohl salzig als auch süß. Der von Westen nach Osten abnehmende Salzgehalt bringt für die Tierwelt Probleme mit sich. Bei zu wenig Salz können Meeresfische nicht überleben, allerdings ist der Salzgehalt für Süßwasserfische oft noch zu hoch. Durch den geringen Gezeiteneinfluss ist auch der Sauerstoffgehalt der Ostsee eher gering, sodass Meeresbewohnern das Überleben zusätzlich erschwert wird.

Doch auch wenn die Ostsee somit verhältnismäßig artenarm ist, heißt das nicht, dass der Lebensraum Ostsee für die vorhandenen Arten – unter anderem viele Ostsee-Vögel – nicht elementar wichtig ist. Die vielfältige Küstenlandschaft bietet eine große Breite an Lebensräumen für die verschiedensten Strand- und Küstenbewohner. In den Bodden (Ostsee-Lagunen) ziehen sich Kraniche zurück, im von Meeresströmungen geformten Windwatt suchen Watvögel nach Würmern, auf den Ostsee-Riffen überwintern Wasservögel, an den Stränden brütet etwa die Zwergseeschwalbe und an steilen Küsten graben Uferschwalben ihre Nester. Unter den Meeresbewohnern sind die Robben und Wale besonders erwähnenswert, aber auch besonders schützenswert. Der Ostsee-Schweinswal zum Beispiel besteht nur noch aus einigen hundert Exemplaren. Wenn ihr einen Schweinswal gesichtet habt, könnt ihr das hier der Gesellschaft zur Rettung der Delphine melden.

Vögel an der Ostsee

Was Fischen zum Verhängnis wird, nützt vielen Vogelarten. Dass der Lebensraum Ostsee so abgeschieden ist, bringt vielen Küsten- und Wasservögeln nämlich die nötige Ruhe zum Brüten. Insgesamt leben an der Ostsee über neun Millionen Vögel aus etwa dreißig Arten. Zahlreiche unter ihnen brüten an Strand und Küsten, viele andere überwintern an dem deutschen Binnenmeer. Einen großen Teil der Population stellen die Schwalben: Seeschwalben und Uferschwalben, Fluss- und Küstenseeschwalbe machen sich die unterschiedlichen Biotope der Ostsee zunutze. Die Zwergseeschwalbe ist als Strandbrüter gefährdet, da ihr Gelege oft von Touristen und anderen Strandbesuchern beschädigt wird. Andere Strandbewohner sind die Watvögel der Ostsee, etwa der schlanke Rotschenkel. Auch große Fischfresser wie Kormoran oder Seeadler haben es schwer an der Ostsee, da sie sich ihre Nahrung mit dem Menschen teilen müssen.

Typisch für Nord- und Ostsee sind natürlich auch die heimischen Möwen: Lachmöwe, Silbermöwe und Sturmmöwe sind die verbreitetsten Arten. Ebenso am Himmel und im Wasser zu beobachten sind verschiedene Enten und Gänse der Ostsee: Die Reiherente gehört zu den häufigsten Ostsee-Vögel, aber auch Eiderente, Eisente und Schellente werden oft gesichtet. Zu den besonders typischen Ostsee-Vögeln zählt auch der Mittelsäger, der durch die markante Färbung und den bezahnten Schnabel auffällt.

Aktuelle Situation

Das Wasser der Ostsee hat wenig Salz, aber viele Giftstoffe. Nicht nur leben 80 Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Binnenmeeres, auch verschmutzte Flüsse sorgen für die Vergiftung des Lebensraums Ostsee. Um dieses wertvolle Biotop samt der Ostsee-Vögel zu retten, muss in den nächsten Jahren viel für die Wasserqualität getan werden. Sonst wird die Ostsee irgendwann zu einem toten Meer werden.

Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de

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