Pfeifente – Nachtaktive Vegetarier

Pfeifente – Nachtaktive Vegetarier

Die Pfeifente sieht man selten schlafen. Immerzu sind die hübschen Vögel aktiv, um genug Nahrung aufzunehmen.

Aussehen

Ein Pfeifentenpaar werdet ihr wohl als erstes am Männchen erkennen. Im Prachtkleid sind die Erpel nämlich unverwechselbar. Vor allem der kräftig kastanienbraune Kopf mit dem weißen Stirnband fällt sofort ins Auge. Das Rückengefieder ist blassgrau, die Brust weist außerdem einen leichten Rosaton auf. Am Bauch ist das Männchen cremeweiß. Die Flügeldeckfedern bilden ein weißes Flügelband, das auch bei schwimmenden Erpeln noch gut zu erkennen ist. Der Schnabel ist graublau und hat eine schwarze Spitze.

Die weibliche Pfeifente trägt ganzjährig ein schlichteres Federkleid, das von den Farben Braun und Grau bestimmt wird. An den Körperseiten findet sich ein helles, gebändertes Muster, das zum weißen Bauch hin ausläuft. Auch die Weibchen haben ein Flügelband, allerdings ist es nicht weiß wie bei den Männchen, sondern grau. Ein weiterer Unterschied zum Männchen ist der einheitlich graublaue Schnabel ohne schwarze Spitze. Im Schlichtkleid sehen die Männchen im Grunde wie Weibchen aus, sie bleiben aber etwas dunkler und behalten ihre weißen Vorderflügel.

Pfeifenten werden etwa 50 Zentimeter groß, die Erpel sind allerdings etwas größer und schwerer als die Weibchen.

Vorkommen

Das Brutgebiet der Pfeifente umfasst große Teile von Skandinavien, Russland und Sibirien. Auch auf Island und den Britischen Inseln ist sie verbreitet.

Pfeifenten sind Zugvögel und brechen jedes Jahr in Richtung Afrika, Indien und China auf. So kommt es, dass sich viele von ihnen auf dem Weg in Mitteleuropa einfinden und dort flache Gewässer in Küstennähe besiedeln. So manche Feuchtwiese in Belgien, den Niederlanden und auch Deutschland wird in den Wintermonaten zum Hotspot.

Wie schon erwähnt, verbringt die Pfeifente viel Zeit in wasserreichen Regionen, etwa in Sumpfgebieten der Taiga oder an Seen und Teichen mit viel Uferbewuchs.

Verhalten und Wissenswertes

Pfeifenten sind tagaktiv, nach Nahrung suchen sie aber in der Dämmerung und auch nachts. Dunkelheit ist kein Problem, denn ihre Augen sind entsprechend angepasst. Am Augenhintergrund befindet sich eine Schicht, die das einfallende Licht reflektiert und somit doppelt auf die Sehnerven fallen lässt. Würde man eine Pfeifente nachts mit einem Scheinwerfer anstrahlen, würden ihre Augen also katzenhaft leuchten.

Die Nahrung der Pfeifente besteht aus Wasserpflanzen, Gräsern und Kräutern. Davon muss sie sehr viel fressen, denn Gräser und Co. sind schlecht verdaulich und zudem nicht besonders nährstoffreich. Eine Pfeifente muss am Tag zwischen 300 und 400 Gramm fressen! Das kann dann auch schon mal 15 Stunden dauern. zum Glück sind die Vögel sehr gesellig und können im Schutz der Gruppe auch mal Gefiederpflege betreiben oder ein wenig schlafen.

Woher diese Art ihren Namen hat, könnt ihr euch ja sicher schon denken. Die Männchen geben immer wieder kurze, scharfe Rufe von sich, die wie ein pfeifendes „wiu“ klingen. Im Flug machen die Enten ebenfalls ein pfeifendes Geräusch, dieses wird allerdings von den Schwingen erzeugt.

Foto: Ferran Pestaña (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

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