Silberwangenhornvogel – Afrikaner mit außergewöhnlicher Bruttaktik

Silberwangenhornvogel – Afrikaner mit außergewöhnlicher Bruttaktik

Der Silberwangenhornvogel zählt zur Familie der Nashornvögel. Doch woher kommt sein außergewöhnlicher Name?

Aussehen

Grund für die Bezeichnung ist das besondere Aussehen der Tiere. Die Männchen tragen einen schmutzig-weißen Aufsatz auf ihrem Schnabel, welcher einem umgedrehten Wiegemesser gleicht. Die weibliche Tiere tragen diesen Aufsatz in brauner und kleinerer Ausführung. Die Schnäbel der Vögel können bis zu 20 cm lang werden. Anders als bei seinem Artgenossen, dem Grauwangenhornvogel, hat der Silberwangenhornvogel vollkommen schwarze Flügel. Er wird zwischen 66 und 74 cm lang und wiegt etwa 1300 Gramm. Damit zählt er innerhalb seiner Gattung zu den großen Exemplaren. Sein Schrei ist laut und ähnelt einem Grunzen. Auch der Flug des Hornvogels ist geräuschvoll, ein wenig wie bei einem Hubschrauber.

Vorkommen

Die Silberwangenhornvögel leben im Osten sowie Süden Afrikas. Verbreitet sind sie in Ländern wie Äthiopien, Somalia, Kenia, Tansania und Malawi. Man trifft sie in Wäldern sowie in Gebirgsregionen auf bis zu 2500 Metern Höhe an. Auch nisten sie sich gern in Galeriewäldern an Flussläufen ein. Wenn sich die Vögel nicht in der Paarungszeit befinden, legen sie weite Strecken zurück, um den Nahrungsbedarf zu decken.

Verhalten und Wissenswertes

Silberwangenhornvögel leben als Pärchen zusammen. Zur Brutzeit suchen sie sich eine geeignete Baumhöhle, die sich zwischen 7 und 25 Metern über dem Boden befindet. Danach beginnen sie, diese Höhle zu verschließen. Aus dem Speichel des Männchens und kleinen Erdkügelchen wird ein Sekret gebildet, mit dem das Weibchen eine Mauer vor den Eingang der Bruthöhle bauen kann. Diese Taktik soll den Nachwuchs vor Nesträubern wie zum Beispiel Affen schützen. Das Weibchen bleibt nun 15 bis 17 Wochen in der Höhle. Durch eine kleine Lücke in der Mauer wird es in dieser Zeit ständig vom Männchen mit Futter versorgt. Als Nahrung dienen Früchte, Insekten oder Eier. Das Männchen fliegt den Baum etwa 1600 mal an, und bringt jeden Tag rund 360 Gramm Früchte.

 

Foto: Ivan Radic (Lizenz CC BY 2.0)

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel