Zistensänger – Rundlicher Heimlichtuer

Zistensänger – Rundlicher Heimlichtuer

Als wärmeliebender Vogel könnte der Zistensänger schon bald auch in Deutschland häufiger vorkommen. Sein wichtigstes Merkmal: der wellenförmige Singflug.

Aussehen

Der Zistensänger ist mit einer Länge von nur 10 Zentimetern ein echter Winzling. Seine kompakte, rundliche Statur und der kurze Schwanz unterstreichen das noch. Das Gefieder ist größtenteils hellbraun mit gestreifter Oberseite, was eine perfekte Tarnung ergibt. Brust und Bauch sind hellbeige. Männchen haben einen einfarbig braunen Scheitel, bei Weibchen ist er gestreift. Im Flug zeigt sich die abgerundete Form der kurzen Flügel. Ist der Schwanz aufgespreizt, werden der rostrote Bürzel und die weißen Federspitzen sichtbar. Der Schnabel ist rötlich bis hellbraun und leicht nach unten gebogen.

Vorkommen

Manche von euch könnten den Zistensänger aus dem Mittelmeer-Urlaub kennen. Dort besiedelt er beispielsweise Frankreich und Spanien. Darüber hinaus kommt er an der Atlantikküste von Marokko über Nordfrankreich bis nach Belgien vor. Außerdem gibt es Brutvorkommen im tropischen Afrika, Südasien, Australien und Neuguinea. Durch das immer mildere Klima kommt der Zistensänger immer weiter nach Norden. Aus der Schweiz und den Niederlanden gibt es bereits Brutnachweise, in Deutschland wurde der kleine Vogel im Jahr 2019 mehrmals gesichtet.

Unser Vogel der Woche besiedelt offene Flächen ohne Bäume, dafür mit hohen Gräsern und Sträuchern. Dort kann er sich gut verstecken und sich mit den Füßen an den Halmen festhalten.

Verhalten und Wissenswertes

Die Art ist tagaktiv. Besonders während der Brutzeit machen die Männchen den ganzen Tag auf sich aufmerksam. Zuerst hört man den simplen, aus kurzen „tsip“-Lauten bestehenden Gesang. Dann erhebt sich das Männchen aus seinem Versteck, um den wellenförmigen Singflug aufzuführen. Auf der Spitze jeder „Flugwelle“ ertönt ein „tsip“. Meist dient der Singflug dazu, Weibchen einen möglichen Nistplatz zu zeigen.

Die Strategie der Männchen ist es, mehrere Nester anzulegen. Die Nester gleichen in ihrer Form Birnen oder Flaschen. Beim Bau verknüpfen die Männchen Halme und Blätter mit Spinnenweben und Pflanzenwolle. Die Halme reißen sie dabei übrigens nicht aus, sie bauen also grüne, „lebendige“ Nester. Die zweiwöchige Brut und die Aufzucht der Jungen ist meist die Aufgabe des Weibchens. Das Männchen widmet sich währenddessen schon der nächsten Eroberung. Nach der Brutzeit leben die Vögel gern gesellig und bilden mitunter Schlafgemeinschaften aus über 50 Vögeln. In den Gruppen erbeuten sie dann auch kleine Insekten wie Heuschrecken und Spinnen.

Foto: Imran Shah ( CC BY-SA 2.0 )

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