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Kea: Neugieriger Schafschreck

Kea: Neugieriger Schafschreck

Der Kea ist ein außergewöhnlicher Papagei, der ausschließlich in den Bergregionen Neuseelands vorkommt. Er ist der einzige alpine Papagei der Welt und hat sich perfekt an das raue Leben in den Südalpen angepasst. Besonders bekannt ist er für seine hohe Intelligenz und sein äußerst neugieriges Verhalten. Gleichzeitig gerät er immer wieder in Konflikte mit Menschen.

Aussehen 

Sein Federkleid ist, anders als bei vielen anderen Papageienarten, relativ unauffällig gefärbt: Bis auf die orangefarbenen Unterflügeldecken und den Bürzel ist der Kea überwiegend olivgrün. Sein Schnabel ist schlank, stark gebogen und sehr kräftig. Der Kea erreicht eine Länge von etwa 45 Zentimetern und wiegt in der Regel zwischen 900 und 1.100 Gramm.

Verhalten

Keas sind Allesfresser, die sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung ernähren. Diese Anpassungsfähigkeit führte dazu, dass sie bei Farmern seit langer Zeit unbeliebt sind, da ihnen gelegentlich Angriffe auf Schafe zugeschrieben wurden. Dabei landen die Vögel auf dem Rücken der Tiere und können mit Schnabel und Krallen an deren Haut und Fett gelangen. Je nach Schwere der Verletzungen können einzelne Schafe daran sterben. Viele dieser Berichte beruhten zunächst auf Anekdoten, wurden jedoch inzwischen teilweise wissenschaftlich bestätigt. Gleichzeitig gilt heute als gesichert, dass die Häufigkeit solcher Angriffe früher stark übertrieben wurde.

Diese Erzählungen führten dennoch dazu, dass die neuseeländische Regierung zwischen den 1860er- und 1970er-Jahren ein Kopfgeld auf Keas aussetzte, wodurch der Bestand deutlich zurückging. Da die genaue Population schwer zu bestimmen ist, schwanken die Schätzungen stark. Heute geht man insgesamt von wenigen tausend Tieren aus; die IUCN stuft den Kea als stark gefährdet ein.

Keas gelten zudem als außergewöhnlich neugierig und verspielt. Sie untersuchen nahezu alle unbeaufsichtigten Gegenstände mit ihrem Schnabel und sind besonders bekannt dafür, Autodichtungen zu beschädigen. Darüber hinaus zählen sie zu den intelligentesten Vogelarten: Sie erkennen sich im Spiegel und können einfache Werkzeuge nutzen. Keas leben monogam und bleiben ihrem Partner meist ein Leben lang treu. Sie können bis zu 20 Jahre alt werden.

Beobachtungstipps

Der Kea lebt ausschließlich in Neuseeland und kann in Deutschland nur in Zoos beobachtet werden. Wer die Tiere in freier Wildbahn erleben möchte, sollte die alpinen Regionen der Südinsel Neuseelands besuchen. Besonders im Winter lassen sich Keas dort gut beobachten.

Da die Vögel sehr neugierig sind, kommen sie Menschen oft relativ nahe, dennoch sollte man Abstand halten, um sie nicht zu stören oder zu verängstigen. Ihr charakteristischer Ruf klingt wie ein langgezogenes „Kiiiaaah“ – daher stammt auch ihr Name.