Vogel in Not: Unterschätzte Gefahren für Vögel

Vogel in Not: Unterschätzte Gefahren für Vögel

Dass die Jagd und unsere intensive Landwirtschaft der Vogelwelt schaden, ist bekannt. Doch auch viele Dinge aus unserem Alltag können für die gefiederten Freunde schnell zur Gefahr werden – Dinge, über die wir Menschen oft gar nicht nachdenken.

Gefahren für Vögel: Rohre, Tonnen, Schornsteine

Nicht nur während der Phase des Nestbaus sind viele Vögel sehr neugierig und erkunden selbst die entlegensten Winkel. Und es ist immer wieder überraschend, in welch kleine Nischen sich Meise und Co. zwängen können! Doch manchmal wird ihnen diese Fähigkeit auch zum Verhängnis. Pfosten von Verkehrsschildern sind oft am oberen Ende offen und werden so zur Vogelfalle. Auch Schornsteine können jungen und schwachen Vögeln gefährlich werden und sollten deshalb immer abgedeckt sein. Bemerkt ihr in eurem Schacht ungewöhnliche Geräusche, kontrolliert am besten sofort, ob ein Tier hineingefallen ist und rettet es.

Eine weitere Gefahrenquelle: die Regentonne. Mit mehreren kleinen Brettern auf der Wasseroberfläche kann sie eine beliebte Vogeltränke sein, doch ohne solche Kletterhilfen fallen Jungvögel oft hinein und ertrinken. Wendet also den Brettertrick an oder deckt eure Regentonne komplett ab.

Gefahren für Vögel: Speis und Trank

So gefährlich eine offene Regentonne auch ist: Vor allem im Sommer haben Gartenvögel oft keine andere Möglichkeit, als sich auf den Rand solcher Todesfallen zu wagen. Denn Trinkmöglichkeiten sind in den warmen Monaten oft Mangelware und viele Vögel verdursten qualvoll. Ihr könnt ihnen aber ganz einfach helfen! Stellt eine flache Schale Wasser stabil auf einer erhöhten Stelle auf und legt Steine oder Brettchen als Sitzplätze hinein. Fertig ist die kombinierte Vogelbadtränke!

Auch im Winter kommen unsere Vögel manchmal in Schwierigkeiten. Denn je kleiner sie sind, desto schneller kühlen sie aus und erfrieren, wenn sie nicht genug fettreiches Futter zu sich nehmen. Hängt ihnen also Futterknödel auf den Balkon oder an einen Baum – hier findet ihr eine Anleitung, um Vogelfutter selbst zu machen. Vor allem mit Kindern ist das an einem Wintertag ein schöner Zeitvertreib.

Gefahren für Vögel: Das Problem Mensch

Viele unserer Handlungen schaden der Natur, so viel ist klar. Das fängt schon bei der zu starken künstlichen Beleuchtung an, wie es sie in den meisten Städten gibt. Die Vögel werden im Flug vom Licht irritiert, in beleuchteten Parks kommt ihr Tagesrhythmus ziemlich durcheinander. Wenn ihr helfen möchtet, lasst in der Nacht möglichst keine Außenbeleuchtungen eingeschaltet.

Ein weiteres, sehr helles und lautes Problem ereignet sich jedes Jahr wieder: Silvester. Denn die Vögel haben mit den Böllern gar keinen Spaß, sie geraten im Flug in Panik, fliegen gegen Hindernisse oder stürzen ab, viele brechen sich die Hälse. Haltet euch daher für euer Feuerwerk bitte von Parks, Wäldern und Gewässern fern.

Da Menschen gern in Häusern leben und dabei aber noch etwas von der Außenwelt sehen wollen, haben sie das Fenster erfunden. Aber Vögel kommen mit dieser unsichtbaren Gefahr nicht zurecht, sie sehen darin die Spiegelung der Außenwelt und denken, dass sie dort weiterfliegen können. Verglaste Gebäude und auch kleinere Glasflächen sind daher eine große Gefahr. Farbige Folienstreifen, Lamellen, Glasmalerei, Dekorsprays und andere Dekorationen können sehr hübsch aussehen und den Vögeln die Gefahr bewusst machen. Viele weitere Tipps zum Thema Glas und Vogelschutz findet ihr hier.

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Viele Jungvögel verlassen bereits das Nest, bevor sie fliegen können, und werden dann am Boden oder auf Zäunen sitzend von den Eltern angeflogen. Da die Altvögel aber nicht immer in der Nähe sind, werden solche Jungvögel oft fälschlicherweise für verlassen gehalten und von Menschen mitgenommen. Der NABU rät dringend, die Jungvögel an Ort und Stelle zu lassen. Auch das Piepsen, das die kleinen Vögel oft von sich geben, ist kein Hilferuf, sondern ein Signal an die Eltern, damit diese das Kleine besser orten können.

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