Brandgans – Kein Feuerwehrvogel

Brandgans – Kein Feuerwehrvogel

Auch wenn die Brandgans kein geflügeltes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, macht sie auf Vogelbeobachter viel Eindruck.

Aussehen

Namen können trügerisch sein: Weder steht die Brandgans selbst in Flammen noch ist sie ein heldenhafter Feuerwehrvogel. Zu ihrem Namen trägt lediglich ein schlichtes rostbraunes Brustband bei, welches sie zusammen mit dem restlichen Bunt ihres Gefieders unverwechselbar macht. Kopf und Hals der Brandgans sind schillernd grün-schwarz, davon abgehend verlaufen zwei dunkle Bänder auf ihrem Rücken nach hinten. Abgesehen von dem Brustband ist ihr übriges Gefieder weiß. Besonderes Augenmerk ist der leuchtend rote Schnabel. Bei den Männchen wird dieser von einem auffälligen Höcker geziert. Mit einer Flügelspannweite zwischen 1,10 bis 1,30 Meter ist die Brandgans etwa stockentengroß, und auch sonst entenähnlich: Als Halbgans teilt sie Eigenschaften von Gänsen und von Enten, weswegen sie auch Brandente genannt wird. Heimischen Entenarten sieht sie dennoch nicht besonders ähnlich.

Eine Möglichkeit zum Verwechseln gibt es übrigens doch: In den Niederlanden wird die Weißwangengans als „Brandgans“ bezeichnet.

Vorkommen

In Europa hält sich die Brandgans vor allem an der Küste auf, sehr selten im Binnenland. Besonders liebt sie die Inseln und die flachen Sand- und Wattküsten von Nord- und Ostsee. Ihr könnt sie daher gut auf der Hallig Norderoog, auf Wangerooge und Mellum, in den Rieselfeldern Münster und im Jadebusen Ostfrieslands beobachten. An einigen Standorten Deutschlands, etwa im Wattenmeer, ist die Brandgans nicht nur im Sommer zu Hause, sondern überwintert dort auch. Hier rastet sie und füllt ihre Fettreserven auf. Zur Brutzeit macht sie es sich in ruhigeren Gebieten wie Bodden und Buchten bequem. Dort brütet sie in Unterschlüpfen und Höhlen, gerne in den Bauten von Säugetieren wie Kaninchen oder Füchsen.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Die Brandgans bei der Balz zu beobachten ist ein besonderes Spektakel. Der Paarungstanz findet zwischen Februar und April in kleinen Gruppen statt und wird oft von lautem Rufen unterstützt. Der Ruf der Brandgans ist ein sehr schnelles und trillerartiges gagaga. Doch auch nach Schlüpfen der Gänseküken (oder Gössel) bleibt es spannend für Vogelbeobachter: Um nämlich Feinde wie Möwen oder Füchse von Küken und Brutgelege wegzulocken, stellt sich die Mutter gerne einmal krank. Abgesehen von diesen natürlichen Bedrohungen prophezeien manche das Verschwinden der Brandgans aus Mitteleuropa durch den Klimawandel. Noch aktueller sind Störungen durch den Menschen, die Brandgänse unter anderem bei der Mauser gefährden. Und auch anderes menschliches Einwirken, zum Beispiel durch Stromkabel, kann den Bestand der Brandgans gefährden, wie ihr in Teil 2 unseres Berichtes über die Schutzstation Wattenmeer erfahrt.

>> Weitere Infos kriegt ihr auf der Themenseite zur Brandgans der Schutzstation Wattenmeer!

Foto: Ferran Pestaña (Lizenz: CC BY-SA 2.0) / flickr.com

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel