Durchzählen und Mithelfen: der Insektensommer 2019

Durchzählen und Mithelfen: der Insektensommer 2019

Beim Insektensommer geht es darum, gemeinsam ein Gesamtbild der Insektenwelt in Deutschland zu erstellen. Mitmachen kann jeder, Fachwissen ist keine Bedingung!

Vermisst: Nützliche Sechsbeiner

Wir bei Vogel und Natur beschäftigen uns zunehmend auch mit dem Thema Insekten. Warum? Ganz einfach: Insekten bilden die Nahrungsgrundlage für unzählige Vogelarten. Geht es ihnen nicht gut, setzt das eine Kettenreaktion in Gang, die auch die Vogelwelt hart trifft. Neben ihrer Rolle als Nahrungsquelle erfüllen Insekten aber noch anderen Aufgaben im Ökosystem. Sie bestäuben etwa 90 Prozent aller Pflanzenarten und sorgen so dafür, dass nicht zuletzt wir Menschen genug zu essen haben. Außerdem dämmen sie die Ausbreitung schädlicher Artgenossen ein. Der Nachwuchs der Florfliegen zum Beispiel frisst jede Menge Blattläuse und Milben und schützt so den Pflanzenbestand vor Schäden.

Kurz und gut: Ohne Insekten gerät in der Natur so einiges aus dem Gleichgewicht. Umso beunruhigender ist natürlich das Insektensterben, das in Deutschland und vielen anderen Ländern schon länger beobachtet wird. Im deutschen Offenland ist die Biomasse der Insekten (33.000 verschiedene Arten leben bei uns) in den letzten 27 Jahren um 75 Prozent zurückgegangen. Schuld daran sind die intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Klimawandel – alles Phänomene, die der Mensch verursacht.

Wie soll Zählen den Insekten helfen?

Um die Situation der Insekten in Deutschland besser einschätzen zu können, müssen Organisationen wie der NABU natürlich wissen, wie viele von ihnen überhaupt noch wo leben. Bundesweite und artengreifende Informationen gibt es bisher kaum. Und für Einzelpersonen ist es auch so gut wie unmöglich, unsere Insektenwelt zu überblicken. Deshalb findet der Insektensommer statt! Je mehr Naturfreunde sich die Zeit zum Mitmachen nehmen, desto schneller entsteht ein möglichst genaues Gesamtbild.

2019 ist der Insektensommer in zwei Zeiträume unterteilt. Vom 31. Mai bis zum 9. Juni und vom 2. bis zum 11. August könnt ihr jeweils an der Aktion teilnehmen. Das hat damit zu tun, dass sich manche Arten eher am Anfang des Sommers zeigen, andere im Hochsommer.

Insektensommer 2019 – So geht’s!

Zum Mitmachen braucht ihr eine Stunde Zeit und einen schönen Platz in der Natur. Ob Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Fluss, Heide oder Moor – alles ist erlaubt. Beim Insektensommer wird eine Punktbeobachtung durchgeführt. Eure Beobachtungsfläche sieht dabei wie folgt aus: zehn Meter rund um den Beobachter, also ein Kreis von maximal 20 Metern Durchmesser. Ihr könnt natürlich an beliebig vielen Orten zählen, müsst aber für jeden neuen Beobachtungsstandort auch eine neue Meldung anfertigen. Die „erwachsenen“ Tiere sind natürlich einfach zu bestimmen, aber auch Raupen, Engerline und Larven können und sollen gezählt werden.

Ihr seid in Sachen Insektenbeobachtung eher Laien? Kein Problem, ihr könnt trotzdem mitmachen! Der NABU hat für jeden Beobachtungszeitraum eine Liste mit den wichtigsten Arten erstellt, die ihr euch vorher anschauen könnt. Die Bestimmung in Feld und Wald macht auch sehr viel Spaß. Nehmt euch einfach ein Bestimmungsbuch mit oder nutzt die kostenlose NABU-App „Insektenwelt“. Sie bietet euch reich bebilderte Porträts und sogar eine automatische Fotoerkennung. Besonders praktisch: Wer die App benutzt, kann seine Ergebnisse über das Fernglas-Symbol auf der Startseite direkt einreichen. Die zweite Möglichkeit ist die Meldung über www.insektensommer.de – es gibt keine Teilnahme per Post oder Telefon.

Um den Teilnehmern die Aktion einfacher zu machen, hat der NABU eine Zählhilfe zum Ausdrucken erstellt. Dort gibt es auch nochmal Abbildungen der gängigsten Insektenarten und eine Vorlage zum Ankreuzen.

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel