Rubinkehlchen – Heimlicher Rotlatz

Rubinkehlchen – Heimlicher Rotlatz

Das Rubinkehlchen macht seinem Namen mit dem leuchtend roten Brustfleck alle Ehre. Es besiedelt vor allem die weitläufigen Wälder Sibiriens.

Aussehen

Das Rubinkehlchen ist ein schlanker, langbeiniger Singvogel und wird etwa 14 Zentimeter groß. Das Gefieder ist größtenteils olivbraun und geht am Bauch in ein sanftes Cremeweiß über. Am Bürzel und auf den geschlossenen Flügeln zeigt sich ein rötlich brauner Farbton. Wie so oft in der Vogelwelt ist das Männchen um einiges auffälliger gezeichnet als das Weibchen. Wichtigstes Merkmal ist die leuchtend rote Kehle, die der Art auch ihren Namen gibt. Dieser Blickfänger wird links und rechts von einem weißen Fleck eingefasst. Das Auge ist schwarz unterlegt, darüber findet sich ein weißer Überaugenstreif. Der gerade, relativ kurze Schnabel ist an der Basis hell und geht dann in einen dunkleren Ton über. Beim Weibchen fehlen sowohl der rote Kehlfleck als auch die Streifen. Lediglich der weiße Überaugenstreif ist schwach zu erkennen.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche besiedelt die unterholzreichen, feuchten Wälder Sibiriens (auch Taiga genannt). Im Osten zieht sich das Verbreitungsgebiet bis nach Japan. Die einzigen europäischen Vorkommen liegen an der Westseite des Uralgebirges. Rubinkehlchen sind Zugvögel und wandern jedes Jahr ab August in ihre Wintergebiete im tropischen Asien. Sehr selten verirrt sich ein einzelner Vogel oder ein Trupp bis nach Mitteleuropa. In solchen Fällen ist oft ein Sturm Schuld, der die Vögel von ihrer eigentlichen Route abbringt.

Verhalten und Wissenswertes

Wie ihre Verwandte, die Nachtigall, leben auch Rubinkehlchen eher versteckt und zurückgezogen. Sie halten sich am liebsten im Unterholz auf und sind daher eher schwierig zu beobachten. Am Boden bewegen sie sich mit leichten Hüpfern fort. Ebenfalls sehr „nachtigallentypisch“: Der melodiöse, wenn auch etwas zurückhaltendere Gesang.

In der Brutzeit verteidigen die kleinen Vögel ihr Brutrevier (das immerhin bis zu einem Hektar groß sein kann!) energisch gegen Artgenossen. Da sie im August schon wieder wegziehen, beginnt die Balz meist schon Anfang Mai. Hat sich ein Paar gefunden, suchen sie sich einen günstigen Brutplatz. Dieser befindet sich meist in der Nähe eines Gewässers, also zum Beispiel in einem Moor oder natürlich an Seen und Teichen. Das Nest hat die Form eines Napfes und wird gut geschützt im Unterholz gebaut. Das Weibchen legt fünf bis sechs kleine, blaugrüne Eier und bebrütet sie etwa zwei Wochen lang. Ist der Nachwuchs geschlüpft, schaffen beide Eltern unermüdlich Insekten, Larven und Raupen heran. Schon nach knapp drei Wochen sind die Kleinen bereit zum Ausfliegen.

Foto: Robert tdc (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

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