Duftendes Pummelchen: Der neuseeländische Kakapo

Duftendes Pummelchen: Der neuseeländische Kakapo

So manche Schöpfung der Natur lässt uns einfach nur staunen. Eine davon ist der Kakapo, ein großer, korpulenter Papagei, den es nur in Neuseeland gibt.

Der schwerste Papagei

Ein ausgewachsenes Männchen wird bis zu 60 Zentimeter groß und wiegt zwischen drei und vier Kilogramm! Fliegen können die größtenteils nachtaktiven Vögel allerdings nicht. Dafür bewegen sie sich im Watschelgang über den Waldboden oder klettern mit ihren kräftigen Füßen in Baumkronen herum. Ihre kleinen Flügel helfen ihnen beim Balancieren und verlangsamen ihren Fall, wenn sie von Bäumen springen.

Die wohl seltsamste Eigenschaft des Kakapos ist sein Geruch. Das moosgrüne Gefieder mit den schwarzen Streifen verströmt einen starken Duft nach Blumen und Honig. Außerdem sind ihre Federn ungewöhnlich weich. Das Gesicht des Kakapos ist von ganz feinen Federn umgeben. Sie bilden den so genannten Gesichtsschleier, den man sonst von Eulen kennt. Europäische Einwanderer nannten den Vogel deshalb auch Eulenpapagei.

Gefährdung durch Raubtiere

Noch vor wenigen Jahrzehnten hatten die Kakapos eine äußerst ungewisse Zukunft. Früher besiedelten sie beide Hauptinseln Neuseelands. Doch der Mensch verkleinerte ihren Lebensraum durch Ackerbau und Viehzucht. Außerdem schleppten Seefahrer verschiedene Raubsäuger wie Katzen, Hunde, Ratten, Frettchen und Marder ein. Die Kakapos kannten solche Gefahren nicht und konnten sich nicht verteidigen. Schließlich, in den 1970er Jahren, wusste man nicht, ob überhaupt noch Kakapos existieren. Die wenigen Tiere, die dann gefunden wurden, siedelte man auf kleinere, unbewohnte Inseln um. Naturschützer betreuen die verbliebenen Tiere intensiv und sorgen dafür, dass sich auf ihren Inseln keine Raubtiere ausbreiten. Mitte 2019 umfasste der Bestand etwa 200 Kakapos.

Aufwendiges Liebesspiel

Der Kakapo kann zwar bis zu 100 Jahre alt werden, hat aber auch ein sehr kompliziertes Liebesleben. Er brütet nur, wenn reichlich Rimu-Früchte vorhanden sind, seine absolute Leibspeise. Leider tragen die Rimu-Bäume nur alle drei bis fünf Jahre genug Früchte. In einem guten Jahr sammeln sich die Männchen in Balzarenen, um Weibchen zu erobern. Das Balzspektakel ist einzigartig. Jedes Männchen gräbt sich eine Vertiefung in den Boden, setzt sich hinein und plustert sich ordentlich auf, wobei sich auch der Kehlsack an der Brust aufbläst. Dann lassen die Männchen laute, bassartige „Boom“-Rufe ertönen. Besonders gern setzen sie sich dazu in die Nähe von Felswänden, welche die Rufe noch verstärken. Das Ganze wird dann bis zu acht Stunden lang fortgesetzt. Mitunter kann sich die Balz drei bis vier Monate hinziehen!

Foto: Kimberley Collins (CC BY 2.0)

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