Die Geheimnisse der Eulen

Alexandra Huth 14. Juni 2017 2 Kommentare zu Die Geheimnisse der Eulen
Die Geheimnisse der Eulen

Eulen sind faszinierende Geschöpfe, die den Menschen schon seit langer Zeit in ihren Bann ziehen. Doch warum sind die meisten von ihnen eigentlich nachtaktiv, was macht ihre Augen so scharf und ihren Flug so lautlos? Eine kleine Entdeckungsreise.

Die perfekten Jäger

Schon gewusst? Das, was wir bei Waldohreule und Co. als „Ohren“ bezeichnen, sind in Wahrheit nur kleine Federbüschel. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass Eulen gar keine Ohren haben. Sie sind nur gut hinter dem „Gesichtsschleier“ versteckt. Diese Schicht aus kräftigen Federn hat die gleiche Funktion wie unsere Ohrmuschel: sie leitet den Schall gebündelt zum Ohr. Und weil die Ohren leicht versetzt am Kopf liegen, können die Vögel die Ursache eines Geräuschs sehr genau orten.

Laute Fluggeräusche würden dabei nur stören. Deshalb befinden sich auf den Schwungfedern sehr feine Härchen. Zusammen mit feinen Zähnchen auf den Handschwingen vermeiden sie, dass die Luft beim Fliegen aufgewirbelt wird. Das gute Gehör und der lautlose Flug ergeben eine tödliche Kombination, der kaum ein Beutetier entkommen kann. Mäuse werden sogar unter einer zentimeterdicken Schicht aus Schnee oder gar Erde geortet.

Alles im Blick

Die Rezeptoren oder Sehzellen liegen bei der Eule wie auch beim Menschen auf der Netzhaut. Sie nehmen das einfallende Licht auf und verarbeiten es zu einer „Botschaft“ an das Gehirn. Eulen haben allerdings eine ganze Menge mehr Rezeptoren als Menschen: ein Waldkauz bringt es auf 56.000, beim Menschen sind es 38.000. Eulen können also erheblich schärfer sehen als wir. Auch die Form und Beschaffenheit der Augen trägt zu ihrer enormen Sehfähigkeit bei. Sie sind groß, eher länglich und haben eine weit vorgewölbte Hornhaut; so entstehen größere Abbildungen auf der Netzhaut.

Wenn man Eulen einmal mit „normalen“ tagaktiven Vögeln vergleicht, fällt noch etwas auf. Die Tagaktiven haben ihre Augen an den Kopfseiten, sie sehen deshalb vor allem monokular (mit einem Auge). Bei den Eulen sind beide Augen nach vorn gerichtet, was ihnen ein binokulares Sichtfeld (beide Augen) verschafft. So können sie zwar nicht so viel auf einmal sehen, gleichen das aber mit ihrem um 270 Grad drehbaren Kopf aus. Die Natur hat hier an alles gedacht!

Dass Eulen auch oder vor allem in der Nacht so gut sehen können, hat seinen Grund ebenfalls auf der Netzhaut. Dort gibt es zwei Arten von Rezeptoren, die Stäbchen (Hell-Dunkel-Sehen) und die Zapfen (Farben sehen). Die Netzhaut einer Eule ist so dicht mit Stäbchen besetzt, dass sie selbst den kleinsten Lichtstrahl einfangen und verwerten kann. Die geringere Anzahl Zapfen bedeutet lediglich, dass Eulen bei Nacht vor allem die drei Grundfarben (Gelb, Rot, Blau) sehen können.

 

Foto: Peter Trimming (Lizenz: CC BY 2.0)

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2 Kommentare

  1. Manuel Königsdorfer 30. Januar 2019 um 12:07 Uhr

    Eulen sind cool

    • Der_Streuer 21. April 2021 um 13:43 Uhr

      true story bro

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