Krickente – Winzling mit grünem Lidschatten

Krickente – Winzling mit grünem Lidschatten

Eine kleine, hübsche Ente, die in Europa und Asien weit verbreitet ist und am liebsten an kleinen Gewässern mit dicht bewachsenen Ufern brütet. Wir stellen vor: die Krickente.

Aussehen

Die Krickente ist mit ihren 35 bis 36 Zentimetern Länge die kleinste Entenart Europas, wird deshalb aber keineswegs übersehen. Vor allem die Männchen fallen mit ihrem schillernden Prachtkleid (sie tragen es von Oktober bis Juni) schnell ins Auge. Der Körper ist von einem feinen, grauweißen Muster überzogen, das auf dem Rücken von einem weißen Längsband unterbrochen wird. Das Hinterteil ist schwarz und trägt zwei auffällige, gelblich weiße Dreiecke an den Seiten. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist der kastanienbraune Kopf mit den leuchtend grünen Streifen. Sie ziehen sich in einem weiten Bogen vom Auge bis in den Nacken und sind hell umrandet. Auf der hellen Brust tragen die Männchen ein dunkelbraunes Sprenkelmuster.

Die Weibchen sind weitaus schlichter gefiedert. Auf dem braun marmorierten Gefieder fällt zuerst der leuchtend grüne Fleck am Hinterteil (Flügelspiegel) auf. Rücken und Schulter sind dunkler als das restliche Gefieder, während Kehle und Bauchbereich heller ausfallen. Tragen die Männchen ihr Schlichtkleid, ähneln sie sehr den Weibchen.

Vorkommen

Krickenten sind in großen Teilen Europas und Asiens verbreitet, eine Unterart lebt in Nordamerika. Die eurasische Unterart brütet beispielsweise in Skandinavien, auf Island und in Russland. Manche Krickenten bleiben ganzjährig in Ländern wie Frankreich, Deutschland oder Großbritannien, die meisten überwintern jedoch am Mittelmeer.

Für die Brut bevorzugen Krickenten Tümpel und kleine Teiche mit Süßwasser und einer üppigen Unterwasserflora. Auch die Ufer weisen im besten Fall einen dichten Bewuchs auf.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Ihren deutschen Namen verdankt die Krickente ganz pragmatisch dem Balzruf „krrik“, den die Erpel häufig ertönen lassen. Die Weibchen hingegen machen sich mit eher hellen, nasalen Tönen bemerkbar.

Krickenten suchen in den flachen Uferzonen der Gewässer nach Nahrung, da sie mit ihrem kurzen Hals nicht gründeln können. Stattdessen nutzen sie ihre kräftige Zunge, um kleine Tiere und Pflanzenteile aus dem Boden zu ziehen. Im Spätsommer könnt ihr Trupps aus Krick- und Stockenten auch auf abgeernteten Feldern begegnen, wo sie die restlichen Körner aufpicken. Im Winter ruhen sich die Enten tagsüber aus und gehen im Schutz der Dunkelheit auf Nahrungssuche.

In den Winter fällt auch die Partnersuche bei den Krickenten, denn Mitte April beginnen sie schon mit der Brut. Jetzt bewährt sich auch die dichte Ufervegetation, die als Sichtschutz für das Nest am Boden dient. Nach etwa 24 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen und werden bald von der Mutter ins Entenleben eingeführt. Sie zeigt ihnen im Schutz der Ufer, wie sie sich Nahrung beschaffen und besucht später mit den flugfähigen Küken auch die freien Wasserflächen.

Die größten Bedrohungen für die Krickenten werden, wie so oft, vom Menschen verursacht. In Deutschland gehört sie zu den jagdbaren Arten und darf von Oktober bis Januar geschossen werden. (Bundesjagdgesetz). Außerdem werden viele Moore und kleinere Gewässer trocken gelegt oder zerstört, so dass der Lebensraum der Enten abnimmt. Werden solche Gebiete jedoch wieder vernässt und der Natur überlassen, stellen sich recht schnell wieder größere Populationen ein.

 

Foto: Luciano 95 (Lizenz: CC BY 2.0)

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