Schnabel, Augen, Federn: Enten unterscheiden

Schnabel, Augen, Federn: Enten unterscheiden

Männliche Enten, vor allem wenn sie stolz ihr farbenfrohes Prachtkleid tragen, sind unverwechselbar. Bei den Weibchen sieht das schon anders aus, hier ähneln sich die verschiedenen Arten oft sehr. Wir schauen mal ganz genau hin und vergleichen fünf Arten miteinander.

Enten unterscheiden ist gar nicht so einfach, wenn die vorherrschende Gefiederfarbe braun ist und der Beobachter sich auf kleinere Details verlassen muss, um eine Art sicher zu bestimmen. Manchmal müssen die Enten auch im Flug beobachtet werden, weil sich erst dann charakteristische Merkmale wie farbige Flügelspiegel (oft weißer Rand auf der Oberseite der Schwingen) oder helle Bauchflecken.

Enten unterscheiden: von Berg- bis Krickente

Wir beschränken uns in diesem Beispiel auf die weiblichen Reiher-, Berg-, Moor-, Stock- und Krickenten, obwohl es natürlich noch viel mehr Entenarten gibt. Aber bei diesen fünf Arten gestaltet sich die Unterscheidung mitunter besonders knifflig. Ungeübte Beobachter würden vermutlich nur die weibliche Stockente sicher erkennen können, da sie die häufigste Entenart in Deutschland ist. Aber mit einigen Tricks lassen sich auch die anderen Weibchen recht gut unterscheiden.

Wir beginnen mit der Reiherente, einer Süßwassertauchente, die in Deutschland häufig als Durchzieher und Wintergast zu sehen ist, immer häufiger auch im Binnenland. Sie ist eine kleine, kompakte Ente mit rundem Kopf, Oberseite und Kopf sind dunkel, die Flanken dunkelbraun. Charkteristisch sind die warmgelben Augen, der blaugraue Schnabel mit schwarzer Spitze und der dunkle Schopf, der an eine Punkfrisur bei Menschen erinnert. Manchmal haben Reiherenten weiße Unterschwanzdecken, dann besteht Verwechslungsgefahr mit der Moorente. Wie die Bergente haben sie einen weißen Flügelstreif, der jedoch weniger ausgeprägt ist.

Reiherente

Foto: kuhnmi (Lizenz: CC BY 2.0)

Die Bergente ist etwas größer als viele andere Enten. In Deutschland findet man sie vor allem an der winterlichen Ostseeküste. Die vorherrschende Gefiederfarbe ist ein nussiges Dunkelbraun, nur die Brust ist oft etwas heller. Wichtige Merkmale sind der helle Wangenfleck und ein auffälliger weißer Ring um die Schnabelbasis. Diesen Ring gibt es bei der Reiherente wiederum fast gar nicht und wenn, dann nur sehr blass und undeutlich. Der weiße Flügelstreif ist bei der Bergente größer und ausgeprägter als bei der Reiherente. Sie haben allerdings die gelbe Iris gemeinsam.

Die Moorente wiederum ist eine sehr seltene Art, ausgewilderte Exemplare könnt ihr zum Beispiel am Steinhuder Meer bei Hannover beobachten. Es handelt sich um eine zierliche, kastanienbraune Ente mit ebenso brauner Iris, der Kopf läuft spitzer zu als bei Berg- und Reiherente. Der Rücken hebt sich auffällig dunkler ab, die weißen Unterschwanzdecken sind auch im Sitzen und Schwimmen gut zu sehen. Der längere Schnabel ist ähnlich gefärbt wie der der Reiherente, blaugrau mit dunkler Spitze, die von einem hellen Band abgetrennt wird.

Moorente

Foto: Frank Vassen (Lizenz: CC BY 2.0)

Die bekannte Stockente ist an den meisten größeren Gewässern wie auch an Parkteichen zu finden. Das Weibchen ist hellbraun mit einem durchgehenden schwarzbraunen Muster, der Schnabel ist eher dunkel mit unregelmäßigen orangebraunen Flecken. Der runde Kopf wird von einem dunklen Scheitel und einem hellen Überaugenstreif gezeichnet, diese Merkmale fehlen bei den drei zuvor beschriebenen Enten.

Die Krickente schließlich ist eine recht weit verbreitete, kleine Entenart. Das Weibchen ähnelt in Grundfarbe und Gefiedermuster sehr dem Weibchen der Stockente, auffällig ist jedoch der glänzend grüne Flügelspiegel, der auch im Sitzen und Schwimmen hervorblitzt. Auch der helle Augenstreif ist nur sehr schwach bis gar nicht vorhanden.

Krickente

Foto: FokusNatur (Lizenz: CC BY-SA 3.0)

 

Beitragsfoto: coniferconifer (Lizenz: CC BY 2.0)

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