Bienenfresser – farbenprächtiger Exot

Bienenfresser – farbenprächtiger Exot

Der Bienenfresser ist mit seinem schillernd bunten Gefieder eine besondere Augenweide und kann sogar in Deutschland in freier Wildbahn beobachtet werden.

Aussehen

Bienenfresser werden etwa 30 Zentimeter groß, bis zu 60 Gramm schwer und schillern in den schönsten Farben, so dass sie zumindest in Deutschland nicht verwechselt werden können. Scheitel, Nacken und Rücken sind kräftig kastanienbraun, Brust und Bauch türkis. Die Flügel sind größtenteils braun, tragen aber grüne und blaue Farbakzente. Die Kehle ist leuchtend gelb und durch einen schwarzen Strich vom grünen Bauch getrennt, der Oberkopf ist braun und geht in Richtung Schnabel in Weiß über. Die kleinen, runden Augen werden von einer schwarzen Maske eingefasst, der Schnabel ist schwarz und spitz, die Füße dunkel und sehr klein.

Männchen und Weibchen ähneln sich größtenteils, die Männchen sind lediglich etwas größer und können lebhafter gefärbt sein als die Weibchen.

Vorkommen

Der Bienenfresser ist grundsätzlich eher in wärmeren Gebieten anzutreffen und besiedelt Asien, Afrika und den Süden und Osten Europas. Seine Farbenpracht erinnert nicht grundlos an die Tropen, denn seine Verwandten, die Spinte, sind allesamt dort zu finden. Lediglich der Bienenfresser lebt in Europa und breitet sich mit zunehmender Erderwärmung auch immer weiter in den Norden aus.

Wahrscheinlich ist es diesem Umstand zu verdanken, dass die bunten Vögel seit 1990 auch wieder in Deutschland vorkommen. Die größten Bestände gibt es im Süden Sachsen-Anhalts und in Baden-Württemberg, aber beispielsweise können auch in Nordrhein-Westfalen immer wieder Bienenfresser beobachtet werden.

Im Herbst begibt sich der Bienenfresser auf den langen Weg nach Afrika, um dort den Winter zu verbringen. Seine Rückkehr nach Deutschland erfolgt meist im April.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Bienenfresser bevorzugen offene, trockene und warme Landschaften mit abwechslungsreichem Bewuchs. Dazu können Feldgehölze, einzelne Bäume, Hecken und Streuobstwiesen gehören, aber auch Kiesgruben und Tagebaugebiete werden besiedelt.

Seinen Namen trägt dieser bunte Jäger aus einem einfachen Grund: Hummeln, Bienen und Hornissen erbeutet er elegant im Flug, die Altvögel sind meist gegen das Gift immun. Bienenfresser erbeuten aber auch andere Insekten wie Käfer, Libellen und Schmetterlinge.

Der Ruf erklingt meist im Flug und besteht aus einem lauten „prrüt prrüt“.

Mitte Mai beginnt die Brutzeit der Bienenfresser. Jetzt kommt ihre besondere Lebensraumwahl ins Spiel, denn sie bauen nicht einfach ihr Nest auf irgendeinem Baum. Bienenfresser graben sehr lange, enge Brutröhren in Uferwände und die Hänge der Sandgruben. Am Ende einer Röhre werden dann die runden, glänzenden Eier von beiden Eltern abwechselnd bebrütet, allerdings mehr vom Weibchen. Nach 20 bis 30 Tagen im Nest erblicken die Jungen zum ersten Mal Tageslicht.

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