Das Bismarckhuhn – Tanz auf dem Vulkan

Das Bismarckhuhn – Tanz auf dem Vulkan

Das Bismarckhuhn ist von vorn bis hinten ein ganz besonderer Vogel. Es gehört zur Familie der Großfußhühner, deren Vertreter in Australien und Asien in verschiedenen Regionen verbreitet sind. Den Namen erhielt es während der deutschen Kolonialzeit, als Inseln, Meeresteile und auch Tiere nach dem ehemaligen Reichskanzler Otto von Bismarck benannt wurden.

Aussehen

Bismarckhühner sind am ganzen Körper schwarz, nur im nackten Gesicht zeichnet sich eine rötliche Färbung ab. So tarnen sich die Hühner in der schwarzen Vulkanlandschaft. Der Schnabel des Vogels ist kurz und orange, und er besitzt kräftige Beine und große Füße. Die braucht das Huhn, um Höhlen für die Eier zu graben.

Vorkommen

Das Bismarckhuhn lebt ausschließlich auf einer Insel in Papua-Neuguinea, am Vulkan Tavurvur. Der Vulkan zählt zu den aktivsten weltweit. In der kargen Landschaft herrschen tropische Temperaturen, und die heißen Mineralquellen sind von Schwefelschwaden umgeben. Doch genau hier, zurückgezogen im Unterholz, fühlt sich das Huhn wohl. In den schwarzen Lavasand kann es seine Eier ablegen.

Weitere außergewöhnliche Orte findet ihr auf dem Blog zu Reisezielen für Vogelbeobachter.

Verhalten und Wissenswertes

Als einzige Vogelfamilie der Welt brüten Großfußhühner die Eier nicht selbst aus. Beim Bismarckhuhn übernimmt diese Aufgabe die vulkanische Wärme. In den frühen Morgenstunden buddelt das Huhn kleine Löcher in den Boden, und prüft nebenbei ständig die Temperatur. Dafür hat es einen Wärmesinn im Schnabel. Das Ei legt es dort ab, wo genau 33 Grad Celsius herrschen, und deckt es anschließend mit Sand zu. Danach verlässt es das Ei, denn Brutpflege betreibt es nicht.

Da die Unbewachten Eier häufig Eierdieben zum Opfer fallen, legt das Bismarckhuhn bis zu 50 Eier im Jahr. Auch bei Menschen sind die Eier sehr beliebt. Die Einheimischen verzehren sie als Delikatesse. Die Jungtiere, die nicht entdeckt werden, schlüpfen nach mehreren Wochen und sind sofort auf sich gestellt.

Neben den verschiedenen Fressfeinde gibt es eine weitere Gefahr, der die Hühner ständig ausgesetzt sind: Vulkanausbrüche. Je länger die letzte Eruption her ist, desto größer ist auch die Population um den heißen Krater.

Das Bismarckhuhn ist ein behäbiger Vogel, fliegen tut es nur selten. Es ist ein Allesfresser, und ernährt sich sowohl pflanzlich als auch tierisch.

 

Foto: Francesco Veronesi ( Lizenz CC BY-SA 2.0)

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