Einfarbstar – Mediterraner Doppelgänger

Einfarbstar – Mediterraner Doppelgänger

Auf den ersten Blick sieht der Einfarbstar seinem weiter verbreiteten Verwandten zum Verwechseln ähnlich. Aber es gibt doch ein paar feine Unterschiede.

Aussehen

Wie ihr sicher schon wisst, findet bei den Staren alljährlich ein besonderer Gefiederwechsel statt, der mit der Abnutzung der Federn zu tun hat. Ihr „frisches“ Gefieder ist von weißen Flecken durchsetzt, die nach und nach schwächer werden, bis das schillernd schwarze Prachtkleid entsteht.

Beim Einfarbstar ist es ähnlich. Er ist im Prachtkleid einheitlich schwarz und trägt auch im Schlichtkleid nur sehr wenige weiße Flecken. Sie befinden sich nur auf den Unterschwanzdecken und am Bauch, niemals auf dem Kopf. Männliche Einfarbstare im Prachtkleid fallen durch ihre langen Kehlfedern auf, die ihnen ein würdevolles Aussehen verleihen. Außerdem ist der Schnabel in dieser Zeit hellgelb, die Beine sind rosa. Im Schlichtkleid sind Schnabel und Beine dunkel gefärbt.

Vorkommen

Was bei uns der allgemein bekannte Star (und Vogel des Jahres 2018) ist, das ist in Spanien und Nordafrika der Einfarbstar. Er kommt außerdem noch auf den Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien vor.

Der ideale Lebensraum für unseren Vogel der Woche vereint Baumbestand mit offenem Gelände. Er besiedelt Olivenhaine, Gärten, Waldränder, Plantagen sowie kleinere Dörfer und Siedlungen. Gerade in der Nähe von Menschen bilden die Einfarbstare oft kleine Kolonien.

Verhalten und Wissenswertes

Die Stimme des Einfarbstares ist der seines mitteleuropäischen Verwandten sehr ähnlich. Sie klingt allerdings schärfer und lauter als die des Stares. Außerdem klingen die typischen Trillerlaute beim Einfarbstar kräftiger und „rollen“ mehr aufwärts.

Einfarbstare sind Standvögel und wechseln nur gelegentlich den Aufenthaltsort. Sie brüten von April bis Juni. In der freien Natur entsteht das Nest in alten Baumhöhlen. In Siedlungen und Dörfern bevorzugen sie allerdings Mauerlöcher, Hohlräume unter Dachziegeln oder Nistkästen. Das Nest wird aus verschiedenen Materialien wie Gräsern, Tierhaaren und Pflanzen errichtet. Oft finden sich auch bestimmte Kräuter in den Nestern, die gegen Parasiten helfen. Das Weibchen bebrütet die Eier etwa zwei Wochen lang, danach bleiben die Jungen noch weitere drei Wochen Nestlinge.

Außerhalb der Brutzeit bilden die Einfarbstare große Schwärme. Sie fliegen morgens gemeinsam zur Nahrungssuche und abends zurück zu ihren Schlafbäumen.

Foto: JohnBWilson (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

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