Der Japanbrillenvogel – Kleiner Akrobat

Der Japanbrillenvogel – Kleiner Akrobat

Mit seiner weißen „Brille“ auf den Augen wirkt der kleine Japanbrillenvogel äußerst klug. Vor allem bei der Futtersuche beweist er besonderes Geschick.

Aussehen

Der Kopf des kleinen Singvogels ist von einer gelblichen Färbung. Diese geht im Rückenbereich in olivgrün bis braun über. Am Bauch trägt er ein weißes Federkleid. Besonders auffällig ist der weiße Ring um die Augen des Japanbrillenvogels. Dieser Ring entwickelt sich erst bei ausgewachsenen Tieren, der Nachwuchs besitzt ihn noch nicht. Japanbrillenvögel werden zwischen 10 und 12 cm lang und wiegen etwa 9-12 Gramm.

Auch die Brillengrasmücke trägt einen weißen Ring um die Augen. Mehr dazu lest ihr in unserem Beitrag über die Insektenjägerin mit Augenring.

Vorkommen

Den Japanbrillenvogel kann man in Japan, China, Vietnam oder Taiwan beobachten. Er hält sich meist auf Bäumen oder Sträuchern auf, am Boden ist er selten zu finden. Sein Lebensraum sind immergrüne Wälder, und auch im Regenwald fühlt er sich wohl. Der lebhafte Singvogel kommt gern in die Nähe von menschlichen Siedlungen oder Parks.

Verhalten und Wissenswertes

In den meisten Teilen der Verbreitungsgebiete ist der Japanbrillenvogel ein dauerhafter Bewohner. Nur im Norden Japans sowie in Ostchina zieht er im Winter nach Südostasien. Die Vogelpärchen leben monogam und bauen zur Brutzeit zwischen Februar und Dezember ein korbähnliches Nest. Neben Moos oder Blättern dienen auch Spinnennetze zur Befestigung des Nestes. Etwa 10 Tage, nachdem das Weibchen zwei bis fünf weiße Eier gelegt hat, schlüpfen die Jungtiere. Sie bleiben noch etwa einen Monat bei ihren Eltern, bevor diese sie aus dem Territorium verjagen und erneut mit der Brut beginnen. Auch anderen Artgenossen gegenüber ist das Männchen sehr territorial. Es vertreibt andere Vögel mit Flügelschlägen und Schnabelhieben.

Der asiatische Vogel frisst am liebsten Insekten, Früchte und Nektar. Der Nektar der Kamelie wird dabei bevorzugt. Der Japanbrillenvogel ist ein richtiger Akrobat, wenn es an die Futtersuche geht: Kopfüber hängt er von Ästen, um die Blätter auch von unten absuchen zu können. Da der Singvogel dafür bekannt ist, Schädlinge zu fressen, führte man ihn nach Hawaii ein. Hier wird er auf Plantagen als Schädlingsbekämpfer eingesetzt. Außerdem trägt der aktive und ruhelose Vogel mit seiner Bewegung von Baum zu Baum dazu bei, dass Blüten bestäubt werden. Japanbrillenvögel sind leicht zu zähmen und werden auf Grund ihres hübschen Aussehens und Gesangs gern als Ziervögel gehalten. Außerdem sind sie beliebte Motive der japanischen Malerei.

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