Die Kapente – Wanderer mit rosafarbenem Schnabel

Die Kapente – Wanderer mit rosafarbenem Schnabel

Dank der Beringung von Kapenten in Afrika kennt man heute die Lieblingsbeschäftigung des Vogels: Das Wandern. Jedoch hat der Umstand, dass die Kapente jährlich tausende Kilometer zurücklegt, nicht viel mit einer ausgeprägten Wanderlust oder einem geplanten Zugverhalten zu tun.

Aussehen

Die Kapente ist anhand ihrer äußeren Merkmale gut von anderen Entenvögeln zu unterscheiden. Ihr Gefieder ist größtenteils grau, wobei sich verschiedene Grautöne voneinander abheben. Die Seiten der Ente sind getupft, der Rücken ist dunkelgrau gefärbt. Sie wird aufgrund des größtenteils farbenarmen Erscheinungsbildes auch „Fahlente“ genannt. Besonders auffällig sind der rosafarbene Schnabel und die orange-roten Augen. Im Vergleich zu der ihr ähnlichen Marmelente, die teilweise in den gleichen Verbreitungsgebieten vorkommt, ist die Kapente etwas kleiner und kompakter gebaut. Außerdem hat die Marmelente einen grauen Schnabel. Weibchen und Männchen unterscheiden sich äußerlich kaum. Außerdem verändert sich das Aussehen der Ente zur Fortpflanzungszeit nicht.

Vorkommen

In den verschiedenen südlichen Ländern des afrikanischen Kontinents lebt die Kapente bevorzugt an Brackgewässern und Salzseen. Das geht jedoch nur, da sie überschüssiges Salz über die Tränendrüsen abgeben kann. Ein wichtiges Kriterium für einen geeigneten Lebensraum ist die dichte Ufervegetation. Eine der Populationen kann man beispielsweise gut am Tschadsee beobachten. Die Kapente ist ein Standvogel, jedoch folgt sie den Regenfällen quer durch den Kontinent. So kann es passieren, dass die Enten eine Wanderung von bis zu 2000 km hinter sich bringen, um aus trockenen Gebieten in feuchtere zu gelangen.

Verhalten und Wissenswertes

Die Kapente ernährt sich vor allem von pflanzlicher Nahrung. Daneben stehen auch kleine Gliederfüßer wie Mücken oder Krebse auf dem Speiseplan. Sie gründelt in flachen Teilen der Gewässer und taucht gelegentlich tiefer in den See hinab. Ihr Brutverhalten richtet sich nach der Regenzeit. Gibt es ausreichend Niederschlag und damit ein breites Nahrungsangebot, sind Kapenten schnell brutbereit. Sie bauen ein Nest in der Uferzone eines Gewässers und legen zwischen 5 und 11 weiße, ovale Eier ab. Das Weibchen brütet alleine, doch um die Aufzucht der Jungen kümmern sich beide Elternteile. Die Küken können direkt nach der Geburt schwimmen und tauchen.

 

Foto: Derek Keats (Lizenz CC BY 2.0)

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